Es knistert gewaltig in der 2. Liga und die finale Phase könnte nicht spannender sein. Nur sieben Punkte trennen die Top 7 bei noch sechs zu spielenden Spielen. (DATEN: Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Und dabei kommt es zu so vielen direkten Duellen der Spitzenteams, dass wirklich für jeden dieser 7 Teams noch alles möglich ist. Spätestens seitdem der von vielen schon als „April-Scherz“ aussortierte HSV gegen Aue seinen ersten Zweitligasieg im bisherigen Horror-Monat holen konnte, ist klar, dass noch alles möglich ist. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Hamburg mit Hammer-Schlussprogramm

Selbst den Rothosen kann noch Besseres blühen, als wieder mal nur Platz 4. Der HSV ist tatsächlich das einzige Team der Top 7, das in diesen letzten 6 Spielen gegen keinen der unmittelbaren Konkurrenten spielen muss. Vorteil oder Nachteil? (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Kann Hamburg gegen die vermeintlich leichteren Gegner konsequenter punkten und hat damit die bessere Chancen? Oder fehlt dem HSV die Möglichkeit, in direkten Duellen die Konkurrenten zu schwächen und sich selber mit Top-Spiel-Siegen zu euphorisieren?

Fakt ist, es hagelt jetzt Spitzenspiele in dieser zweiten Liga. Eines dieser Spiele zeigen wir am Samstagabend zur Primetime live im Free-TV: Der 1. FC Nürnberg empfängt Darmstadt 98! Das Duell zweier Vereine, die oben mitmischen, obwohl sie zu Saisonbeginn definitiv keiner auf dem Zettel hatte. Und genau das ist ihr großes Plus, dass sie mit nur wenig Druck in diese letzten Spiele gehen.

Letzte Chance für Nürnberg?

Nach der Niederlage in Heidenheim war der Club gefühlt ein wenig raus aus dem Aufstiegsrennen. Ja, die Franken gehen mit fünf Punkten Rückstand auf Darmstadt in unser Samstags-Spiel, besiegen sie aber die Lilien, sind es nur noch zwei und der FCN hat drei weitere Top-Duelle, in denen er sich gegen Bremen, St. Pauli und Schalke unter die Top 3 punkten kann.

Es braucht jetzt halt einen Lauf der Leichtigkeit, als Außenseiter doch noch den großen Coup zu schaffen. Startschuss am Samstag vor wohl über 30.000 im Max Morlock Stadion.

Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht ist gerne mal ein Freund des Tiefstapelns. Normalerweise mag ich das nicht so gerne. Wer im Sport Mumm hat, der ist mutig und formuliert das auch so. Aber bei Darmstadt, finde ich, ist diese Haltung durchaus vertretbar. Wer hätte vor der Saison im Reigen der großen Namen mit Werder, Schalke und dem HSV die Darmstädter nach Abgang des Trainers und des Torschützenkönigs als Aufstiegskandidat genannt?

Der Aufstiegskampf ist Kopfsache

Die tolle Saisonleistung und die guten Platzierungen, haben sicher am Bölle einen Wunsch und Anspruch reifen lassen, aber sich mit der Lockerheit des Außenseiters zu präsentieren, scheint richtig gut zu passen. Die Hinspiele gegen die nun anstehenden drei Gegner aus den Top 7, nämlich Nürnberg, Schalke und St. Pauli, hat Darmstadt alle drei gewonnen! Läuft also für die Lilien in den Top-Duellen.

Die wilden Wochen der Entscheidung werden aus meiner Sicht mehr vom Kopf geprägt werden, als von der bloßen Kaderqualität. Jetzt geht‘s drum! Wer hat die besten Nerven? Wer kann eine Euphorie entwickeln und finale „lucky punches“ setzen. Und da stolpert man über Schalke 04.

Wird Büskens Schalkes Aufstiegsheld?

Vor Wochen schon abgeschrieben, holte Königsblau zuletzt drei Siege und hat unter Mike Büskens genau jetzt, in der alles entscheidenden Phase, eine ganz große Ausstrahlung entwickelt. Und mit diesem Temperament gehen sie nun in die letzten 6 Spiele. Wer hat uns diesen Spielplan gezaubert? Schalke wird nämlich an den letzten 6 Spieltagen die meisten direkten Duelle der Top 7 spielen und zwar 5!

Gegen Heidenheim, Darmstadt, Werder, St. Pauli und Nürnberg wird Büskens emotional alles raushauen, um in diesen Top-Spielen mit ganz viel Temperament die Big-Points zu holen. Der „Euro-“ ist jetzt ein „Aufstiegsfighter“!

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Markus Höhner wurde 1965 in Ulm geboren, ist aber seit langem im Rheinland zuhause. Zum Fernsehen kam er 1988 über ein Volontariat bei der damaligen RTL Bundesliga-Sendung "Anpfiff". 1992 wechselte der...