„Mighty Mike“, der vor dem sich alle fürchten? Michael van Gerwen legte zum Auftakt des Achtelfinals im Ally Pally eine beeindruckende Leistung von 99,80 Punkten ans Oche und steht damit als erster Viertelfinalist fest.

Dabei reichte dem dreimaligen Weltmeister eine Doppelquote von 44 Prozent, um den Engländer Stephen Bunting überraschend deutlich per Whitewash mit 4:0 aus dem Turnier zu kegeln. „Van Gerwen ist on fire“, beurteilte SPORT1-Experte Max Hopp den Auftritt des Niederländers.

Bunting, der mit über 107 Punkten im Durchschnitt den besten Average der laufenden WM innehat, fand zu keiner Zeit zu seinem A-Game und musste die „Green Machine“ ins Rollen kommen lassen. Darum ließ sich MvG nicht zweimal bitten.

In den ersten beiden Sätzen spielte der Niederländer einen Average jenseits der 100-Punkte-Marke, ließ im zweiten Durchgang nur einen Checkout-Dart liegen.

Unter Anfeuerungsrufen, es gäbe nur einen Stephen Bunting, kämpfte sich „The Bullet“ im dritten Satz zwar mit einem 125er High-Finish noch einmal heran, musste aber das unmittelbare Re-Break hinnehmen, gleichbedeutend mit der Vorentscheidung, dem 0:3-Satzrückstand.

Van Gerwen, der bei den Buchmachern auf einer Ebene mit dem Engländer Luke Humphries als Favorit auf den WM-Titel gehandelt wird, spielte die Partie souverän zu Ende und sicherte sich auf der Doppel 8 den Einzug in die Runde der Letzten Acht.

Dort wartet das Aufeinandertreffen mit dem Sieger der Partie zwischen Scott Williams und Damon Heta, im Halbfinale könnte dann ein Duell mit Humphries selbst anstehen.

Anderson startet schwach – und dreht dann auf

„Ohh Gary, Gary – Gary, Gary, Gary, Gary Andersooon“ der Alexandra Palace zeigte sich bereits zum Auftakt der Freitag-Abendsession von seiner besten Seite und jubelte den schottischen Ex-Weltmeister in die Runde der letzten 16.

Mit 4:1 besiegte Anderson seinen kroatischen Kontrahenten Boris Krcmar klar, spielte dabei nur knapp unter 100 Punkten im Durchschnitt und komplettierte das Achtelfinale der Darts-WM, das Michael van Gerwen noch am späteren Abend eröffnete.

Schon vor seinem zweiten Auftritt des Jahres in der Londoner Kultstätte durfte sich Anderson freuen. SPORT1-Moderatorin Katharina Kleinfeldt überreichte dem 53-Jährigen, der jüngst Geburtstag feierte, ein personalisiertes SPORT1-Phrasenschwein im Kult-Look.

Und auch in der Partie hatte der Routinier allen Grund zur Freude: Während Krcmar noch im ersten Satz mithalten konnte, dabei ein High-Finish von 161 Punkten spektakulär checkte, drehte Anderson in der Folge auf und holte sich alle vier Sätze in Folge.

Nach durchwachsener Leistung zum Start (87,5 Punkte im ersten Satz) wurde der Schotte stärker, speziell im dritten Satz als er einen überragenden Average von 112,5 ans Oche zauberte. Seine Doppelquote von 42% untermauerte den überzeugenden Auftritt.

Im Achtelfinale am Samstag trifft Anderson nun auf den Nordiren Brendan Dolan. Dieser nahm in Runde drei überraschend Mitfavoriten Gerwyn Price mit 4:2 aus dem Turnier – und schickte eine spielerische Ansage an den „Flying Scotsman“.

Weltmeister „Bully Boy“ schon raus

Was ein Coup für Chris Dobey! Im rein englischen Achtelfinale nahm die Nummer 17 der Welt den amtierenden Weltmeister und Führenden der Order of Merit, Michael Smith, aus dem Turnier. Die Darts-WM bekommt also einen neuen Titelträger.

Das Überraschende: In der letzten Partie der Abendsession am Freitag spielte Michael Smith dabei gar nicht weit unter seinen Möglichkeiten, sondern über vier Sätze hinweg einen Average von 102,47! Und trotzdem musste sich der „Bully Boy“ arg überraschend gar per Whitewash mit 0:4 geschlagen geben.

Der entscheidende Faktor in einer Partie, in der Dobey mit 102,43 nahezu den identischen Punkteschnitt ans Oche brachte, waren allerdings ohnehin die Darts auf das Doppelfeld!

Während Smith lediglich vier seiner zwölf Versuche nutzte, erspielte sich sein englischer Kontrahent nahezu doppelt so viele Möglichkeiten und nutze gar 52 Prozent dieser.

„Das ist einfach klinisch gut“, lobte SPORT1-Komentator Basti Schwele. Auch Experte Max Hopp stimmte in den Kanon mit ein: „Wenn selbst der Weltmeister nichts dagegen ausrichten kann, dann bist du schon ein echt guter Spieler.“

Dobey verwandelte seinen ersten Matchdart auf der Doppel 16 und steht somit als zweiter Spieler nach Michael van Gerwen im Viertelfinale.

Alle Matches der Abendsession im Überblick:

Runde der Letzten 32 – Gary Anderson – Boris Krcmar 4:1 (2:3, 3:1, 3:2, 3:1, 3:0)

Achtelfinale – Michael van Gerwen – Stephen Bunting 4:0 (3:2, 3:2, 3:1, 3:2)

Achtelfinale – Michael Smith – Chris Dobey 0:4 (1:3, 2:3, 0:3, 1:3)