Florian Kohfeldt steht wohl vor seinem kuriosesten Liga-Auswärtsspiel seiner bisherigen Karriere. Am Mittwoch um 15 Uhr gastiert der Cheftrainer des belgischen Erstligisten KAS Eupen bei RWD Molenbeek in Brüssel, um sich drei wichtige Punkte im Abstiegskampf zu sichern. Das Kuriose dabei: Die Partie wird nur rund fünf Minuten lang andauern.
Am Sonntag trafen Molenbeek und Eupen planmäßig im Rahmen des 21. Spieltags der belgischen Jupiler Pro League aufeinander, nach 85 Minuten und dem Spielstand von 0:1 musste die Partie jedoch abgebrochen werden. Fans des Klubs aus Brüssel provozierten mit zahlreichen Böllerwürfen einen Spielabbruch, der den Klub nun 50.000 Euro und ein Disziplinarverfahren beim Verband kostet. Interessant dabei: Mehrere Molenbeek-Anhänger verkündeten schon vor Anpfiff in den sozialen Medien, dass die Begegnung nicht zu Ende gespielt werden könne, sollte sich eine Niederlage für die Heimmannschaft anbahnen.
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„Peinlichkeit für den belgischen Fußball“
Da das belgische Liga-Reglement jedoch keinen Sieg für die an den Ausschreitungen unbeteiligten und in Führung liegenden Gäste aus Eupen vorsieht, kommt es am Mittwoch zum fünfminütigen Wiederholungsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit – erneut im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.
Rund zwei Stunden dauert eine einfache Fahrtstrecke zwischen den beiden Städten, die der ehemalige Bundesliga-Trainer Kohfeldt mit seinem Team zurücklegen muss, um die 1:0-Führung in fünf Minuten Spielzeit über die Bühne zu bekommen. Das Eupener Grenzecho bezeichnete das Szenario als „Peinlichkeit für den belgischen Fußball“.