Kündigt sich im Fußball eine Regel-Revolution an? Die Regelhüter im International Football Association Board (IFAB) werden voraussichtlich im kommenden März darüber abstimmen, ob in bestimmten Fällen nur noch die Spielführer die Schiedsrichter ansprechen dürfen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den zunehmenden Protesten von Spielern entgegenzuwirken und für mehr Fairplay zu sorgen.

Bei Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner stößt die Idee auf Zustimmung: „Früher hatte es da ja auch eine klarere Hierarchie gegeben. Heute aber kommt jeder zum Diskutieren, das will niemand sehen, dieses Lamentieren muss endlich aufhören“, stellte der DFB-Lehrwart im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1 klar.

Stefan Effenberg hingegen bewertet den Vorschlag ganz anders: „Dass nur noch der Kapitän mit dem Schiri sprechen darf, halte ich für falsch. Denn was ist, wenn der Kapitän Torwart ist? Und vorn auf dem Feld spielen sich im Minutentakt diskussionswürdige Szenen ab? Wo trifft man sich dann? An der Mittellinie?“, gab der SPORT1-Experte zu bedenken.

Zeitstrafen-Versuch im Profifußball?

Auch über die versuchsweise Zulassung von Zeitstrafen im Profifußball zur Ahndung von vorsätzlich unsportlichen oder taktischen Fouls soll die IFAB im Frühjahr abstimmen. Eine „spannende Idee“, findet Ex-Profi Markus Babbel, doch er merkte auch an: „Man müsste aber erst mal wissen, was ist wann Gelb, was eine Zeitstrafe? Wie wäre das bei einem taktischen Foul? Die Frage ist, wie dann was sanktioniert wird.“

Effenberg ergänzte: „Und bei taktischen Fouls ist doch auch zu überlegen: Wer sagt denn, dass es ein taktisches Foul war? Die Spieler werden doch immer sagen: Nö, das war ein normales Foul.“

Wagner versicherte, dass es einen genauen Katalog geben werde, wofür es eine Zeitstrafe geben soll. „Was es nicht mehr geben soll, das ist, nach der Zeitstrafe zurück auf Gelb zu gehen. Da hast du schon die nächste Stufe der Leiter erklommen, dann kann nur noch Rot kommen“, erklärte der Ex-Referee.