Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) hat sich bei seinem Auftritt im ZDF-Sportstudio gegen den Vorwurf von Uli Hoeneß gewehrt, es mangele ihm an Selbstkritik.

„Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt. Uli darf immer was zu mir sagen, ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk. Und ich versuche immer, aus so etwas meine Schlüsse zu ziehen“, sagte Nagelsmann.

Julian Nagelsmann reagiert auf die scharfen Worte von Julian Nagelsmann
Julian Nagelsmann reagiert auf die scharfen Worte von Julian NagelsmannJulian Nagelsmann reagiert auf die scharfen Worte von Julian Nagelsmann© IMAGO/Nico Herbertz

Nagelsmann kontert Hoeneß-Kritik

Bayern-Boss Hoeneß (74) hatte zuletzt mehrfach gegen den Ex-Trainer der Münchner gestichelt. Nach einem Gespräch mit ihm sei Nagelsmann „leicht beleidigt“ gewesen, sagte er bei DAZN. Ihm fehle bei Nagelsmann ein bisschen „diese Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen“, ergänzte Hoeneß. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung legte er nach: „Unser Bundestrainer glaubt, er gewinnt das Spiel. Nein, die Mannschaft gewinnt das Spiel.“

„Ich schätze Uli extrem – und ich weiß, dass er auch meine Handynummer hat. Und ich freue mich immer, wenn er ganz zwingend ein Thema hat, Verbesserungspotenzial bei uns im Team sieht, und es mir mitteilt“, entgegnete Nagelsmann am Samstagabend.

Hoeneß hatte Nagelsmann mit Blick auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) Ratschläge erteilt. „Die deutsche Mannschaft hat noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt – das werfe ich Julian auch vor, das habe ich ihm persönlich schon gesagt.“ Er wolle Nagelsmann „nichts Böses“, fügte Hoeneß hinzu: „Er wird mit seinen Entscheidungen leben müssen. Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, dann wird es für ihn schwer.“

Dass es zu vielen Personalwechseln in seiner Mannschaft kam, erklärte Nagelsmann so: „Es gab viele Situationen. Nur ein Beispiel: Ich glaube im September hat Aleks Pavlovic von Beginn an gespielt. Der war im Oktober verletzt. Den Spieler haben wir dann einmal gewechselt. Ich weiß nicht, ob der Uli begeistert gewesen wäre, wenn ich gesagt hätte: ‚Komm Pavlo. Die Verletzung ist egal. Du musst trotzdem spielen im Oktober.'“