Es ist wieder giftig geworden zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen – und nicht zufällig genau jetzt.
Im Vorfeld des Rennens in Österreich (ab 15 Uhr im LIVETICKER) gab es zwischen den WM-Konkurrenten des Vorjahrs öffentliche Sticheleien rund um ihren folgenschweren Silverstone-Crash im Vorjahr. Es war die Fortsetzung nicht nur einer persönlichen Auseinandersetzung, sondern auch einer Rivalität mit noch längerer Vorgeschichte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
Zwischen Mercedes und Red Bull gibt es eine Rivalität, die schon in Bereiche der Feindschaft anzusiedeln sind.
Hauptdarsteller der Vergangenheit sind die beiden Österreicher Toto Wolff (Mercedes-Teamchef) und Dr. Helmut Marko (Red-Bull-Chefberater). Und ein Hauptschauplatz war immer wieder Spielberg.
Toto Wolff machte Mercedes-Red Bull-Scharmützel persönlich
Der Wiener Wolff begann einst, das Mercedes-Red-Bull-Scharmützel persönlich werden zu lassen. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)
„Es kann nicht sein, dass ein Brausehersteller schneller als Mercedes fährt,“ sagte er in einer internen Besprechung 2013, als Red Bull mit dem damaligen Frontman Sebastian Vettel dominierte.
Marko und Red-Bull-Konzernchef Dietrich Mateschitz erfuhren von der verächtlichen Bezeichnung und fortan war der „Emporkömmling“, wie Wolff von den Red-Bull-Chefs bezeichnet wurde, persona non grata. Das Tischtuch war zerschnitten.
Red-Bull-Boss quartierte Mercedes aus Hotels aus
Jetzt begannen die Anfeindungen und der Krieg neben der Strecke nahm seinen Lauf. So druckte Mercedes einmal provokative Plakate in Österreich, wo sie den GP in der Steiermark als eigenes „Heimspiel“ ankündigten.
Der eigentliche Hausherr, Red Bull, tobte und ließ mit dem Konter nicht lange auf sich warten. Der Getränkekonzern unter Führung von Milliardär Dietrich Mateschitz quartierte kurzfristig das ganze Mercedes-Team aus Hotels aus, die in der Nähe des Red-Bulls-Rings lagen. Das ist bis heute so.
Dazu muss man wissen: Mateschitz gehören alle relevanten großen Hotels rund um seine Rennstrecke.
Mercedes musste in der steirischen Landeshauptstadt Graz wohnen. Die ist allerdings 60 Kilometer vom Ring entfernt. Alle Mercedes-Mitarbeiter mussten früh aufstehen, um dem Megastau zu entkommen.
Nach Rosberg-Sieg 2014 gab‘s eine besondere Schmach
Auch hier folgte die Revanche auf Fuß. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)
Weil Mercedes in jenem Jahr am Red-Bull-Ring gewann – Nico Rosberg und Hamilton landeten 2014 einen Doppelsieg -, zogen Mercedes-Mechaniker in der Nacht dem großen Stier, der als Symbol von Red Bull inmitten der Strecke steht, einen Mercedes-Stern durch die Nase.
Diesmal kochten die Red-Bull-Protagonisten vor Zorn.
Diesmal ist Red Bulls Hauptkonkurrent Ferrari
Eine Antwort nur auf der Strecke könnte dieses Jahr womöglich reichen. Denn nach seinem Sieg im Sprint am Samstag ist Verstappen am Red-Bull-Ring auch im Rennen klarer Favorit.
Ferrari ist in diesem Jahr der Hauptgegner, nicht Mercedes. Und eher noch als Hamilton auf Startplatz 8 ist im Rennen Teamkollege George Russell auf Rang 4 eine Gefahr.
Sollte Russell den Champion ärgern können, wäre es allerdings eine besondere Genugtuung für Chef Wolff. Könnte der sich neben dem Mercedes-Heimspiel in Silverstone ein Rennen aussuchen, bei dem sie gewinnen würden: Es wäre mit Sicherheit das in der Red-Bull-Hochburg.