In der neuen Wintersport-Saison werden keine Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus an den Start gehen. Das haben der Biathlon-Weltverband IBU ebenso wie der Ski- und Snowboard-Weltverband FIS längst beschlossen.
Während die betroffenen Profis aus den entsprechenden Nationen mit Unverständnis auf den Entschluss reagierten, herrscht international weitestgehend Einigkeit über die wegweisende Entscheidung aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine. (NEWS: Alles zum Wintersport)
„Dass die Russen nicht starten, finde ich berechtigt. Man muss solchen Nationen keine Bühne geben. Sport ist halt doch ein politisches Thema und dient zur Propaganda. Da finde ich es schon richtig, dass internationale Verbände ihnen nicht die Bühne geben“, erklärte zum Beispiel DSV-Biathlet Benedikt Doll bei einem Pressetermin.
Dennoch bedauerte der 32-Jährige die Entscheidung aus Sicht der betroffenen Sportler. „Für den Athleten selbst ist es schade. Der trainiert viel dafür, der investiert viel dafür und darf dann nicht starten. Mich würde es auch schmerzen, wenn ich nicht starten darf, weil mein Land in den Krieg zieht“, äußerte Doll sein Verständnis für den Unmut russischer und belarussischer Athleten. (SERVICE: Weltcup-Kalender Biathlon)
Russland-Ausschluss: „Hart, aber richtig“
Ähnlich beurteilt Langläuferin Katharina Hennig den Ausschluss. „Es ist eine sehr harte Entscheidung, aber die Entscheidung ist richtig“, meinte die 26-Jährige und führte über den Krieg aus: „Wir haben alle gehofft nach dem Februar, dass es nicht so lange andauert, aber dem ist nicht so. Also ist die Entscheidung richtig – auch, wenn die Sportlerinnen nichts für das können, was weiter oben entschieden wird.“ (NEWS: Nächste Nation droht mit WM-Boykott)
Teamkollegin Victoria Carl betonte, dass man als Sport „ein Zeichen“ setzten müsse. „Und dieses Zeichen kann nur darüber gehen, dass man die russischen Sportler nicht antreten lässt. In Russland ist der Sport sehr groß und deshalb, glaube ich, trifft man damit den richtigen Punkt“, ergänzte sie.
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Biathlet Johannes Kühn, der auch als Athletensprecher fungiert, verdeutlichte die Einigkeit hinter dem Beschluss: „Das haben wir im Athleten-Komitee diskutiert. Das komplette Athleten-Komitee steht hinter der Entscheidung der IBU.“
Natürlich müsse man sich irgendwann auch mal Gedanken über eine Rückkehr machen, „aber der einfachste Weg zurück wäre, wenn einfach der Krieg beendet werden würde. Dann kämen die am schnellsten wieder zurück“, sagte Kühn. (SERVICE: Weltcup-Kalender Langlauf)
Indes sieht Hennig im Fehlen der vom Ausschluss betroffenen Athleten keine negativen Auswirkungen auf die Spannung im Weltcup. „Da fehlen etwa drei, die in der Lage sind, in die Top zehn zu laufen. Aber die Dichte im Langlauf ist so hoch, dass es jetzt nicht langweilig wird“, erläuterte die Goldmedaillengewinnerin von Peking. (NEWS: Sachenbacher-Stehle: „Ziehe meinen Hut“)
Russen und Belarussen sind wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine bereits seit dem Frühjahr nicht zu internationalen Wettkämpfen zugelassen.