Biathlon-Star verzweifelt

Biathlon-Star verzweifelt

Biathlon-Star verzweifelt

Émilien Jacquelin steckt zu Jahresbeginn in einer Formkrise. Auf der Pokljuka schafft es der Franzose nicht mal in die Verfolgung.

Für Émilien Jacquelin beginnt das neue Jahr, wie das alte endete – mit einer herben sportlichen Enttäuschung.

Der Franzose schoss beim Sprint auf der Pokljuka insgesamt fünf Fehler und verpasste als 64. völlig überraschend den Sprung in die Verfolgung der besten 60. Im Ziel lag Jacquelin 3:26 Minuten hinter Seriensieger Johannes Thingnes Bö. (NEWS: Alles zum Biathlon)

„Ich war sehr, sehr müde. Das sind Rennen, bei denen ich absolut keinen Spaß habe“, sagte der 27-Jährige im Nachhinein gegenüber der L‘Équipe.

Jacquelin frustriert: „Es ist anstrengend“

Zwei Fahrkarten im Liegendanschlag und gleich drei weitere Strafrunden nach dem Stehendschießen verhagelten Jacquelin vorzeitig alle Chancen auf ein Top-Ergebnis.

Ärgerlich – denn nicht zum ersten Mal in diesem Winter schwächelte der Gesamtweltcup-Dritte in dieser Teilleistung. „Ich muss versuchen, mich ein für alle Mal weiterzuentwickeln, denn es ist anstrengend“, klagte er über die mittlerweile bekannte Problemzone.

Auch auf der Loipe fühlte sich der Franzose diesmal aber überhaupt nicht wohl. Jacquelin kam nicht über die 30. Laufzeit hinaus und verlor damit alleine auf der Strecke knapp zwei Minuten im Vergleich zu Bö, der wieder einmal den Maßstab setzte.

„Ich war sehr konzentriert, darauf fokussiert, alles richtig zu machen. Ob auf den Ski oder am Schießstand“, wirkte der ansonsten so extrovertierte Franzose ratlos.

Denn schon beim letzten Weltcup vor der Weihnachtspause lief der 27-Jährige seinen eigenen Ansprüchen weit hinterher. Bei den Heimrennen in Le Grand-Bornand verfehlte er die anvisierten Podestplätze auf den Rängen 13, 30 und 14 deutlich.

Jacquelin sucht seine „Leichtigkeit und Mühelosigkeit“

Dass Jacquelin ausgerechnet auf der Pokljuka, dem Ort seines größten Triumphes, den Verfolger verpasste, offenbarte einen tiefen Einblick in seine aktuelle Gefühlswelt.

In Slowenien schnappte sich der Biathlet bei der Weltmeisterschaft 2021 den Verfolgungstitel. Dabei schockte er die gesamte Konkurrenz mit zwei fehlerfreien und blitzschnellen Stehendeinlagen. (DATEN: Alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER)

Jacquelin habe allerdings „das Gefühl, dass an diesem Tag auch innerlich etwas zerbrochen ist. Seitdem passiert etwas, das mir nicht ähnlich ist. Ich versuche meine ganze Natürlichkeit, meine ganze Leichtigkeit und Mühelosigkeit wiederzufinden. Seitdem kann man nicht mehr von Glück am Schießstand oder auf der Loipe sprechen.“

„Vielleicht ist es ein Übel für ein Gutes. Die Grundlagen wieder aufnehmen, wieder in Ruhe und Gelassenheit arbeiten. Ich sehe, dass mir bei allen Rennen etwas fehlt, wie in Le Grand Bornand. Es liegt an mir, innerlich herauszufinden, was nicht stimmt, um mich weiterzuentwickeln“, ergänzte der 27-Jährige.

Jacquelin: „Versuche weiterzumachen und Fortschritte zu erzielen“

„Das gehört zu einer Karriere. Ich akzeptiere es, versuche weiterzumachen und Fortschritte zu erzielen. Es gibt harte Zeiten und ich hoffe, dass es besser wird. Es ist kompliziert“, sagte Jacquelin.

Immerhin: Der Franzose hat in der laufenden Saison bereits bewiesen, dass es auch anders gehen kann. Drei Podestplätze in Einzelrennen stehen ihm zu Buche – nur ein Sieg fehlt noch.

Den dritten Platz im Gesamtweltcup wird er durch den verpassten Verfolger auf der Pokljuka jedoch höchstwahrscheinlich abgeben müssen.

Vetle Sjåstad Christiansen und Johannes Dale aus Norwegen, Landsmann Quentin Fillon Maillet und der Deutsche Benedikt Doll sitzen Jacquelin nämlich unmittelbar im Nacken.

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