Mit Beginn der Testfahrten am Mittwoch wird in der Formel 1 endgültig die heiße Phase der Vorbereitung auf die neue Saison eingeläutet.

Und die verspricht nicht nur Spannung aufgrund des neuen Reglements, sondern auch etwas mehr Transparenz und weniger böses Blut. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Die Kehrseite für die TV-Zuschauer. Sie werden von der Kommunikation zwischen Rennleitung und Teams nichts mehr mitbekommen.

Farce in Abu Dhabi beeinflusste Entscheidung

Denn eine Farce wie es sie im letzten Rennen der vergangenen Saison gegeben hat, will die FIA unter ihrem neuen Präsidenten Mohammed Ben Sulayem unter allen Umständen verhindern.

Zur Erinnerung: In Abu Dhabi ging es in der bislang spannendsten WM-Entscheidung der Formel-1-Geschichte darum, ob Lewis Hamilton oder Max Verstappen Weltmeister wird.

Diese Entscheidung wiederum wurde maßgeblich dadurch beeinflusst, dass der damalige Rennleiter Michael Masi in der finalen Safety-Car-Phase einem Vorschlag von Red-Bull-Sportdirektor Jonathan Wheatley folgte, wie mit den überrundeten Fahrern umzugehen sei.

Duo ersetzt Rennleiter Masi

Das wiederum veranlasste Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zu dem verzweifelten Funkspruch: „Nein, Michael, nein! Das war so was von nicht richtig!“ Die Fans an den Bildschirmen konnten jedes Wort live mithören.

Am Ende wurde tatsächlich Verstappen im Red Bull Weltmeister und nicht Titelverteidiger Hamilton. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Mercedes verzichtete anschließend zwar darauf, diese Entscheidung bis zum bitteren Ende gerichtlich anzufechten. Dennoch zog die Formel 1 in der vergangenen Woche aus diesem PR-Desaster Konsequenzen. Masi wurde als Rennleiter entlassen, sein Job wird ab der kommenden Saison auf zwei Schultern verteilt.

Der Deutsche Niels Wittich und Eduardo Freitas aus Portugal treten die Nachfolge des Australiers an und werden – auch das ist neu – von einer zentralen Kommandozentrale in Paris unterstützt.

Funksprüche nur noch zeitversetzt

Es ist sozusagen die Formel-1-Version des Video-Assistenten im Fußball. „Das ist ein wichtiger erster Schritt“, lobte Hamilton diese Entscheidung in einer Medienrunde.

In dem Zusammenhang wurde nun auch bekannt, dass der Funkverkehr zwischen Rennleitung und Teams in Zukunft nicht mehr für die TV-Zuschauer zu hören ist. So soll vermieden werden, dass die Entscheidungsfindung bei strittigen Szenen von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert und die Rennleitung dadurch zusätzlich unter Druck gesetzt wird.

Ganz auf Funksprüche verzichten müssen die Fans vor ihren Bildschirmen jedoch nicht. Die Kommunikation zwischen Teams und Piloten ist auch weiterhin zu hören – allerdings nur ausgewählte Funksprüche, die dann zeitversetzt gesendet werden.

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