Dicke Luft bei Frankreichs Olympia-Team unmittelbar vor dem Start der Spiele in Paris: Die Leichtathletin Sounkamba Sylla hat dabei über ein Kopftuch-Verbot bei der Eröffnungszeremonie am Freitag gewütet.
Die Sprinterin schrieb laut übereinstimmenden Medienberichten dazu auf Instagram: „Du bist für die Olympischen Spiele nominiert, die in deinem Land stattfinden, aber du kannst nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen, weil du ein Kopftuch trägst.“
Hintergrund: Frankreich betrachtet sich als laizistisches Land, vertritt demnach eine strikte Trennung von Staat und Religion. So ist es beispielsweise an Schulen untersagt, ein Kopftuch zu tragen. Gleiches gilt für Beamtinnen, während der Sport offiziell von einer gesetzlichen Vorschrift ausgenommen ist.
Bemerkenswert indes: Die Verbände verfahren dabei höchst unterschiedlich. Beim Tennis ist ein Kopftuch gestattet, beim Fußball dagegen nicht.
Olympia 2024: Kompromiss mit Kappe?
Zum Fall Sylla teilte das Olympische Komitee Frankreichs mit, eine Lösung gefunden zu haben: Die 26 Jahre alte 400-Meter-Läuferin soll während der Zeremonie eine Kappe tragen.
Allerdings schränkte Frankreichs geschäftsführende Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra ein: „Die Vertreter in unseren Delegationen und in unseren französischen Teams werden kein Kopftuch tragen.“
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Auch David Lappartient als Chef des Olympischen Komitees Frankreichs verwahrte sich gegen ein Aufweichen der bisherigen Gangart: „Es ist vielleicht in anderen Ländern nicht nachvollziehbar, aber das ist Teil unserer DNA hier in Frankreich.“