Nach dem Schreckmoment in der Schlusssekunde schrie Pellegrino Matarazzo seine Freude in den Abendhimmel. Der Trainer der TSG Hoffenheim war nach dem 2:1 (0:0) bei Werder Bremen überglücklich und feierte mit seinen Spielern vor der Fankurve.

Nach einem Handspiel des TSG-Abwehrspielers Ozan Kabak in der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann schon auf Elfmeter entschieden, erst nach Ansicht der Videobilder wurde klar, dass der Bremer Mitchell Weiser zuvor im Abseits gestanden hatte.

Die Big Points im Abstiegskampf blieben auf dem Hoffenheimer Konto, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun drei Zähler.

„Am Ende des Tages zählt nur der Sieg. Das war extrem wichtig“, sagte Offensivspieler Christoph Baumgartner bei DAZN. Andrej Kramaric (50.) und Baumgartner (52.) sorgten mit ihrem Doppelschlag für den zweiten Dreier in Serie. Mehr als der Anschlusstreffer durch den 33 Sekunden zuvor eingewechselten Amos Pieper (76.) gelang Werder trotz einer beherzten Schlussoffensive nicht.

Bundesliga: Achte Heimniederlage für Werder

Damit kassierte Werder seine achte (!) Heimniederlage der Saison und wartet nun schon seit vier Spielen auf einen Erfolg. Vor eigenem Publikum gewannen die Grün-Weißen keines der letzten acht Ligaspiele gegen Hoffenheim. Mit 31 Punkten liegt das Team von Ole Werner zwar weiterhin im gesicherten Mittelfeld, doch der Trend zeigt nach unten.

„Wir kassieren zwei unfassbar billige Gegentore. Wir sind in Überzahl im Strafraum und können die Flanken eigentlich viel besser unterbinden“, klagte der Trainer. Pieper zeigte sich ebenfalls unzufrieden: „Wir lassen wenig zu, kassieren daraus aber maximal viel Tore.“

„Unsere Jungs sind bereit für den nächsten Angriff“, hatte Matarazzo vor der Partie forsch angekündigt. Die 14 Spiele währende Sieglos-Serie schien vergessen. „Man kann aus Misserfolgen lernen, aber Erfolge sorgen für Mut und Bestätigung. Es ist wichtig, dass wir im Angriffsmodus bleiben.“

Den Worten ihres Trainers ließen die Kraichgauer zunächst allerdings nicht die ganz großen Taten folgen. Zwar hatten die Gäste in der Anfangsphase mehr vom Spiel und kam durch Ihlas Bebou zur ersten (und einzigen) TSG-Chance der ersten Hälfte. Doch nach dem von Werder-Kapitän Marco Friedl abgegrätschten Versuch gelang nach vorn erstmal nichts mehr Zwingendes.

Baumann rettet Hoffenheim vor Rückstand

Und Werder? Hielt sich mit Offensivbemühungen die erste halbe Stunde dezent zurück. Dann war es Marvin Ducksch, der das Weserstadion bei drei Chancen binnen fünf Minuten beinahe zum Beben brachte.

Erst scheiterte der Stürmer per Direktabnahme am spektakulär parierenden TSG-Keeper Oliver Baumann (32.), zwei Minuten später wurde sein nächster Versuch von John Anthony Brooks zur Ecke abgeblockt – und auch im dritten Versuch fand Ducksch bei einem Flachschuss aus 16 Metern in Baumann seinen Meister.

Im zweiten Abschnitt erwischte Hoffenheim einen Start nach Maß. Erst gelang Kramaric mit einem Kopfball nach perfekt getimter Angelino-Flanke die Führung. Zwei Minuten später erhöhte Baumgartner – ebenfalls per Kopf, ebenfalls aus kurzer Distanz – nach Vorarbeit von Pavel Kaderabek.

Die Gastgeber brauchten ein paar Minuten, um sich wieder zu berappeln – kamen in der Schlussphase aber mit Wucht. Maximilian Philipp (90.+2) traf aber nur den Pfosten.

—–

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)