Deniz Undav ist mit dem VfB Stuttgart momentan in beeindruckender Form. Seine Torquote pro Spielminuten ist dabei gar die beste aller deutschen Stürmer der Bundesliga, fünf Tore in 390 Einsatzminuten sprechen eine deutliche Sprache.
Wenn der 27-Jährige weiterhin seine Leistungen bestätigt, wirbt er damit nicht für seine weitere Zukunft auf Vereinsebene, sondern vielmehr für eine Nationalmannschafts-Nominierung. „Mein Traum ist es, am Turnier teilzunehmen. Bis zur EM stelle ich mein Handy nicht mehr auf lautlos“, sagte Undav jüngst der Bild.
Doch für welches Land würde der gebürtige Niedersachse mit türkischen Wurzeln überhaupt auflaufen?
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Bislang hat Undav in seiner Karriere kein Länderspiel bestritten, wodurch sich der Mittelstürmer noch für eine Nation entscheiden könnte, sofern beide Nationaltrainer anfragen würden.
Kurios: Undav noch unentschlossen!
Auf die Frage, ob er sich bereits entschieden hätte, für welches Land er spielen würde, entgegnete Undav allerdings kurioserweise: „Nein, da bin ich offen. Zuerst muss ich konstant meine Leistung bringen und mir mögliche Einladungen verdienen.“
Eine Tendenz lasse sich dennoch nicht von der Hand weisen: „Ich spreche wenig türkisch, verstehe auch nur ein bisschen. Ich bin hier aufgewachsen, deshalb tendiere ich im Moment eher zu Deutschland. Auch, wenn mein Vater das etwas anders sieht.“
Dass Undav von einer möglichen Nominierung für eine Nationalmannschaft träumen kann, ist nicht selbstverständlich. Zwischenzeitlich wollte der VfB-Star seine Karriere bereits an den Nagel hängen.
Undav stand vor Karriereende: „Ich glaube, es wird nichts mit dem Fußball“
In der Jugend wurde er bei Werder Bremen mit der Begründung aussortiert, dass er zu klein und zu dick sei, um Profifußballer zu werden. Diese Entscheidung des Klubs sei damals für ihn „sehr schlimm“ gewesen, da er mit dem Ziel bei Werder spielte, um „dort Profi zu werden.“
„Ich habe mit meinem Vater und meinem Onkel gesprochen und zu ihnen gesagt ‚Ich glaube, es wird nichts mit dem Fußball‘. Zu dem Zeitpunkt hatte ich selbst schon mit dem Fußball-Thema abgeschlossen, wollte stattdessen lieber arbeiten und mein eigenes Geld verdienen.“
Trotzdem habe seine Familie ihn überzeugen können, das Talent nicht einfach wegzuwerfen und es allen zu beweisen. Am Ende habe Undav „ihnen zuliebe weitergemacht.“
„In dem Moment (Aussortierung bei Werder; Anm. d. Red.) war ich am Boden zerstört. Wenn ich jetzt noch den Schritt zum Nationalspieler schaffen würde, könnte man sagen: Deniz, du hast am Ende noch das Beste herausgeholt“, erzählte Undav weiter.
Schließlich konnte sich der heute 27-Jährige doch noch über einige Umwege durchsetzen. Dabei zog es den Niedersachsen über Royale Union Saint-Gilloise in Belgien zum englischen Premier-League-Klub von Brighton Hove & Albion.
Dort drehte er nach einer bescheidenen Spielzeit zum Saisonendspurt auf und schoss in den letzten acht Spielen fünf Tore. Im Sommer 2023/2024 zog es den Niedersachsen wieder zurück nach Deutschland zum VfB Stuttgart – wenn auch vorerst nur leihweise.