Der Kreuzbandriss ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Verletzungen im Fußball. Eine Verletzung, die bei Frauen häufiger auftritt als bei Männern.
Der Riss des vorderen Kreuzbandes, kurz ACL, lässt Träume zerplatzen. So auch für erschreckend viele Spielerinnen, die bei der anstehenden Frauen-WM teilnehmen wollten. Wegen eines Kreuzbandrisses fallen 24 Akteurinnen aus 16 Ländern für das Mega-Event aus. Darunter Stars wie Englands Beth Mead oder Frankreichs Delphine Cascarino.
Auch Deutschlands Giulia Gwinn wird nicht beim Turnier dabei sein. Im Herbst vergangenen Jahres riss sich die 23-Jährige zum zweiten Mal das Kreuzband. Obwohl die Spielerin vom FC Bayern wieder fit ist, wurde sie von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht nominiert.
Risiko für Kreuzbandverletzungen bei Frauen höher als bei Männern
Doch das ist lange nicht das Ende der Liste: Seit Jahresbeginn 2022 wurden in den höchsten Frauen-Ligen mehr als 100 Verletzungen dieser Art festgestellt. Generell sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Laut Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie tritt eine Kreuzbandverletzung beim weiblichen Geschlecht zwei- bis achtmal so oft auf wie beim männlichen.
Beim Arsenal WFC beispielsweise rissen sich vergangene Saison vier Spielerinnen innerhalb von sechs Monaten das Kreuzband. Doch warum tritt diese Verletzung bei Frauen so häufig auf? Das kann sowohl mit der Anatomie als auch mit schlechten Trainingsbedingungen zusammenhängen.
Leider fehlen weitere Forschungsergebnisse, denn laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2021 erforschen nur sechs Prozent der sportwissenschaftlichen Studien exklusiv Frauen. Arsenal-Star Beth Mead stellt eine klare Forderung: „Ich glaube, wenn so etwas bei den Männern passiert wäre, hätte man schon viel früher etwas unternommen“, sagte sie bei der Fifpro.
Rechtepoker um Frauen-WM geklärt
Trotz der zahlreichen Verletzungen startet die Frauen-Weltmeisterschaft am 20. Juli. Zur Erleichterung der Fans sind nun auch die TV-Rechte geklärt. Nach monatelangem Rechtepoker werden ARD und ZDF werden die anstehende WM in Australien und Neuseeland übertragen.