Einen Tag nach seiner hochemotionalen Brandrede hat sich RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zu seinen Beweggründen für den Ausbruch geäußert. (Was steckt hinter Mintzlaffs Wutausbruch?)
„Das hat sich sicherlich auch etwas aufgeschaukelt. Wir waren einer Kritik ausgesetzt, die wir nicht nachvollziehen konnten. Ich habe dann versucht zu erklären, was unsere Gedanken waren und wofür wir uns auch nicht schämen“, sagte Mintzlaff im Vorfeld des Pokalspiels zwischen Hannover 96 und RB Leipzig bei SPORT1. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)
Die Sachsen sahen sich der Kritik ausgesetzt, nicht von Anfang an das Europa-League-Achtelfinale gegen Spartak Moskau boykottiert zu haben.
Man habe den Vorsatz gehabt: „Lasst uns das Spiel machen, Sport verbindet“, erklärte Mintzlaff. „Und dann haben uns die Ereignisse eingeholt. Wir haben reflektiert und nachgedacht und sind mit der UEFA schon Freitagnacht in den Austausch gegangen. Da sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass wir so nicht spielen können. Das war auch die Ansicht der UEFA, die den Wettbewerb auch ausrichtet.“
„Uns hat da gestört, dass es zu populistisch ist“
Die Reaktionen auf das anfängliche Zögern habe die RB-Chefs tief getroffen. „Uns hat da gestört, dass es zu populistisch ist und man Dinge vorschiebt. Wenn man über diese schlimmen Zeiten sprechen will, sollte man auch über die sprechen und nicht versuchen, Politik zu machen und populistische Aussagen zu machen.“
Er habe es nicht in Ordnung gefunden, „wie man mit unseren Mitarbeitern umgegangen ist: mit dem Trainer mit Florian Scholz. Das waren alles Sachen, die waren over the top. Kritik ist okay und Meinungsfreiheit ist okay, aber ein Stück weit sachlich. Das hat etwas gefehlt und da hatte sich auch bestimmt etwas aufgestaut.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)
Angesprochen auf den Ausschluss von Spartak sagte der RB-Boss: „Grundsätzlich ist man nicht froh, dass es überhaupt so eine Situation gibt. Es ging nicht darum, dass uns die UEFA eine Entscheidung abnehmen muss. Wenn die UEFA anders entschieden hätte, hätten wir für uns die Situation neu bewertet und ich glaube nicht, dass wir dann angetreten wären.“
Hitzige Diskussion um die Siegprämie
Wütend zeigte sich Mintzlaff noch immer, als er auf die Siegprämie über zwei Millionen Euro angesprochen wurde, die Leipzig von der UEFA durch den Viertelfinal-Einzug bekommt.
„Auch diese Diskussion kotzt mich total an“, echauffierte sich Mintzlaff, nachdem SPORT1-Moderator Thomas Helmer ihn fragte, ob man diese Summe nicht spenden wolle.
„Jeder soll mal bei sich selbst anfangen. Was spendet ihr? Bevor wir das Geld der anderen ausgeben. Das ist mir zu viel Symbolpolitik. Dass wir eine gesellschaftliche Verantwortung haben und nicht nur in dieser Phase wahrnehmen, sondern seit RB Leipzig besteht, ist völlig klar. Aber die, die immer rufen, RB Leipzig soll jetzt spenden, die sollen erstmal selber anfangen, zu spenden, bevor die über andere sprechen.“