Souveräne Favoriten, wilde Schlussphasen – und ein Torwarttor mitten ins Herz des Rekordchampions: Zum Abschluss der Ligaphase hatte die Champions League am großen Parallel-Spieltag wieder einige Geschichten zu bieten. Der SID gibt einen Überblick.

TRAUMCOMEBACK

Kai Havertz brauchte nur 100 Sekunden, um sich nach seiner langen Leidenszeit zurück in die Herzen der Gunners zu spielen. Ein Steilpass vor dem schnellen 1:0, ein traumhaftes Solo vor dem 2:0, eine maßgenaue Hereingabe vor dem 3:0 – bei seinem Startelf-Comeback nach 357 Tagen war der deutsche Nationalspieler der Star des Abends beim 3:2-Sieg des FC Arsenal über Qairat Almaty. Die Londoner beendeten die Ligaphase mit acht Siegen aus acht Spielen makellos und sind ebenso wie der FC Bayern möglicher Achtelfinal-Gegner von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen.

RAKETENSTART

Vier Tore, ein Abseitstreffer, ein verschossener Elfmeter, der FC Barcelona in Rückstand – und das alles in den ersten fünf Minuten. Die große Konferenz mit 18 Spielen parallel hatte am Mittwochabend überhaupt keine Anlaufschwierigkeiten. Den Auftakt machten Havertz und Arsenal – das einzige Spiel, in dem es zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenschlusslicht um nichts mehr ging. Insgesamt fielen in 90 Minuten 61 Tore. An die Premiere aus dem Vorjahr (64 Treffer) kam dieser 28. Januar aber nicht heran.

REKORDTREFFER

Kylian Mbappé stellte mit seinem Doppelpack bei Benfica Lissabon auf überragende 13 Tore in der Vorrunde und übertrumpfte damit den Rekord seines Idols Cristiano Ronaldo, der in der Saison 2015/16 in dieser Wettbewerbsphase elfmal getroffen hatte. Das Spiel verlor Real Madrid dennoch 2:4, rutschte von Platz drei noch auf Rang neun ab – und muss den Umweg über die Play-offs nehmen. Von einem „Totalschaden in Lissabon“ schrieb AS, das Hausblatt Marca gar von einer „schwarzen Nacht“.

ZWEI GEFÜHLSWELTEN

Während die Real-Stars und die spanische Presse es nicht fassen konnten, herrschte auf der anderen Seite pure Ekstase. Ausgerechnet der ukrainische Torhüter Anatolij Trubin hatte Benfica um Startrainer José Mourinho mit der letzten Aktion in der 98. Minute noch in die Zwischenrunde geköpft. Alle anderen Spiele waren zu diesem Zeitpunkt schon vorbei, Real spielte nach zwei Gelb-Roten Karten gegen Raul Asencio (90.+2) und Rodrygo (90.+7) nur noch mit neun Mann. Kurios: In den Play-offs könnten Real und Benfica am 17./18. und 24./25. Februar erneut aufeinander treffen, der andere mögliche Real-Gegner bei der Auslosung am Freitag lautet FK Bodö/Glimt.

ÜBERRASCHUNGEN

Das Team vom nördlichen Polarkreis aus Norwegen sorgte für eine der größten Überraschungen des Abends. Bodö gewann bei Atlético Madrid 2:1, der Siegtreffer in der 59. Minute war mehr Flipper als Fußball. Kasper Högh nutzte das blanke Chaos im Atleti-Strafraum, nachdem der Ball zuvor mehrmals geblockt und wild umher geflogen war. Eine weitere Sensation verpasste der FC Pafos: Nach einer höchst umstrittenen Roten Karte, gezückt vom deutschen Schiedsrichter Tobias Stieler, gewannen die Zyprioten zwar 4:1 gegen Slavia Prag, auf Platz 26 fehlten dem Debütanten aber zwei weitere Treffer für die Play-offs.

UND DIE DEUTSCHEN STARS?

Jamal Musiala traf bei 2:1 des FC Bayern bei der PSV Eindhoven ebenso wie Havertz bei seinem Startelf-Comeback, auch Florian Wirtz durfte beim 6:0 seines FC Liverpool gegen Qarabag Agdam seinen ersten Champions-League-Treffer in dieser Saison bejubeln. Nick Woltemade und Malik Thiaw standen bei Newcastle United in der Startelf, nach dem 1:1 bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain müssen die beiden Nationalspieler aber ebenso den Umweg über die Play-offs nehmen wie Leroy Sané und Ilkay Gündogan, die mit Galatasaray 0:2 gegen ihren Ex-Klub Manchester City verloren. Direkt für das Achtelfinale qualifiziert ist Trainer Hansi Flick mit Barcelona nach dem 4:1 gegen den FC Kopenhagen.