Experten-Ratschlag und Einschätzungen aus allererster Hand:

Toni Kroos hat in seinem gemeinsamen Podcast „Einfach mal Luppen“ mit seinem Bruder Felix den früheren Weltklasse-Stürmer Miroslav Klose über die gegenwärtige Stürmer-Situation in Deutschland gesprochen.

Klose: Lewandowski und Toni Stürmer par excellence

Befragt zu den Fähigkeiten, die für einen Top-Angreifer unabdingbar sind, erklärte der 43-Jährige, der als weltweit einziger Spieler in drei Weltmeisterschafts-Endrunden jeweils mindestens vier Tore erzielt hat: „Ich rede immer gern von einem Paket, weil du viele Stärken brauchst, die du dir eben auch antrainieren musst. Du musst switchen können als Stümer: Mal bekommst du eine Flanke, die du mit dem Kopf verwerten musst. Dann wieder brauchst du Kombinationsfußball, musst beidfüßig sein, dazu eine gewisse Schnelligkeit haben.“

Vieles könne man trainieren – der Erfolg komme, „wenn man diese Automatismen beherrscht, auch unter Druck in Sekundenbruchteilen entscheiden kann…“

Bestes Beispiel dafür ist für Klose Ausnahme-Goalgetter Robert Lewandowski vom FC-Bayern: „Der kann alles. Luca Toni war früher für mich auch so ein Phänomen im 16er: Wenn du dem drei Bälle zugespielt hast, hat der zwei Tore gemacht. Da müssen wir wieder hinkommen, die Spieler komplett auszubilden.“

Ein ungewohntes Urteil über die eigenen Qualitäten gab Klose in diesem Zusammenhang hinsichtlich seines Torabschlusses ab: „Das war für mich ganz schlimm, gerade als Stürmer, das man sagen musste, ich könne nicht schießen. Ich habe vielleicht ein, zwei Tore außerhalb des Strafraums gemacht, und das war damals in Kaiserslautern (zu Karrierebeginn, Anm. d. Red.)., wo der Torwart absichtlich in die andere Ecke gesprungen ist.“ Schießen sei „gar nicht meins gewesen, ich kann es mir bis heute nicht erklären.“

Klose über seine Zukunft als Trainer

Auf die Frage, ob Klose noch in dieser Saison im Profibereich als Trainer Fuß fassen werde, antwortete der gebürtig Pfälzer, der zuletzt bei den Bayern als Co-Trainer unter Hansi Flick gewirkt hatte: „Davon gehe ich stark aus. Für mich hatte nun die Gesundheit Priorität.“

Klose hatte sich Mitte des Jahres mit einer Thrombose-Erkrankung herumgeschlagen, die inzwischen auskuriert sei.

„Ich kann die Dinge nur vormachen, wenn ich laufen kann, sonst bringt das nichts“, so Klose zu seiner Zukunft. „Ich lasse jetzt alles auf mich zukommen, es kommt langsam das ein oder andere (Angebot, Anm. d. Red.) rein. Ich werde dann schon irgendwo auftauchen, da bin ich guter Dinge.“