Radikaler Umbruch oder sanfte Anpassung? Nicht immer ist nach einem Aus in der Champions League sofort klar, was ein Kader braucht. Doch nach dem Ausscheiden der Bayern gegen Inter Mailand wird schnell klar: Gegen die Italiener lag es nicht an fehlender Qualität. Vielmehr war man nicht in der Lage, die eigenen Fähigkeiten vollumfänglich auf den Platz zu bringen.

Erneut erwies sich die Mannschaft von Vincent Kompany obendrein als nicht widerstandsfähig genug – ein sich stetig wiederholendes Muster in der dieser Saison.

Allzu oft verlor man in engen Spielen gegen starke Gegner den Überblick oder nützte seine Chancen nicht. Aston Villa, Barcelona, Rotterdam, Mailand – es schien einige Male so, als fehle dem Kader die nötige Wettkampfhärte. Man erwies sich als nicht „wetterfest“ genug.

Kader muss „erwachsener“ werden

Joshua Kimmich stellte schon nach dem Hinspiel fest, dass die Mannschaft „erwachsener“ werden müsse und wiederholte das am Mittwoch nach der Partie in Mailand. Angesichts von vielen erfahrenen und auch nicht mehr ganz so jungen Stars in den Reihen des FCB ein erstaunlicher Befund – aber er ist richtig!

Das sollten jetzt auch die Bayern-Bosse bei der anstehenden Kaderplanung erkennen. Dass sich zu viele Spieler auf und neben dem Platz verstecken, ist ein alarmierendes Zeichen. Vielen fehlt die Kaltschnäuzigkeit, abgebrüht sind nur einige.

Bei Bayern besteht eine große Gefahr

Der aufopferungsvolle Kampf ehrt die Mannschaft, die am Mittwochabend auf dem Platz stand. Doch die Klub-Strategen dürfen sich davon nicht allzu sehr blenden lassen.

Nicht selten wähnten sich europäische Top-Teams an der Spitze und wurden dann jäh von der Realität eingeholt. Sie wurden zu Papiertigern, die nur dem Anschein nach zu großen Erfolgen fähig sind. Diese Gefahr besteht jetzt in München.