Ist das die langsamste Zeit, die je bei einem 100-Meter-Sprint gelaufen wurde?

Die somalische Läuferin Nasra Abukar Ali hat mit einer Zeit von 21,81 Sekunden beim Sprint bei den World University Games in China für Gelächter im Netz gesorgt – und für eine Staatsaffäre in ihrer Heimat.

Vorsitzende des Leichtathletikverbands wird abgesetzt

Die völlig deklassierte Abukar Ali war rund zehn Sekunden langsamer als die Konkurrenz, laut der Daily Mail lief sie die langsamste Zeit einer 100-Meter-Sprinterin in der Geschichte der seit 1959 alle zwei Jahre ausgetragenen Sportveranstaltung.

Der Clip des Rennens in den sozialen Medien nicht nur für Amüsement, Erinnerungen an das legendär langsame Olympia-Schwimmrennen von Eric „The Eel“ Moussambani wurden wach.

In Abukar Alis Heimat hielt sich die Belustigung in Grenzen. Der virale Clip führte zu Ermittlungen, wie es dazu kommen konnte, dass eine Läuferin entsandt wurde, die so wenig konkurrenzfähig war.

Mit bemerkenswertem Ergebnis.

Die somalische Läuferin Nasra Ali Abukar absolvuerte den 100-Meter-Sprint in nur 21,81 Sekunden.
Die somalische Läuferin Nasra Ali Abukar absolvuerte den 100-Meter-Sprint in nur 21,81 Sekunden.Die somalische Läuferin Nasra Ali Abukar absolvuerte den 100-Meter-Sprint in nur 21,81 Sekunden.

„Keine Sportlerin und keine Läuferin“

Der somalische Sportminister Mohamed Barre Mohamud – der auch selbst in die Kritik geraten war, als das Video viral ging – bat um Entschuldigung für Abukar Alis Performance, diese „repräsentiere nicht das somalische Volk“.

Eine Untersuchung des Auswahlverfahrens habe ergeben, dass sie „keine Sportlerin und keine Läuferin“ sei. Die Vorsitzende des somalischen Leichtathletikverbands, Khadijo Aden Dahir, wurde abgesetzt. Diese habe „Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und Diffamierung der Nation“ zu verantworten. Der Minister drohte auch mit rechtlichen Schritten gegen die an der Auswahl beteiligten Personen.

Es gibt Gerüchte, dass die Läuferin Nichte der Funktionärin sei und deshalb nach China geschickt worden wäre,

Kurz nach dem Rennen hatte sich Abukar Ali noch kämpferisch gezeigt. So erklärte sie gegenüber chinesischen Reportern, dass sie noch „viel im Tank“ habe und auch bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Budapest antreten wolle. Es wird wohl nicht dazu kommen.