Fünf Tore in fünf Spielen – eine Traumquote. Selbst für einen ausgewiesenen Weltklassestürmer wie Robert Lewandowski.
Noch dazu, wenn ein Tor schöner ist als das andere.
Der Haken: Jene fünf Treffer erzielte Lewandowski allesamt in Testspielen. Seit es für den FC Bayern aber um die Wurst geht, steht beim Neuzugang von Borussia Dortmund die Null.
Für Karl-Heinz Rummenigge ist das noch kein Grund zur Sorge. „Ich war ja selbst mal Stürmer. Deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man auch mal ein, zwei Chancen auslassen kann“, sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern zuletzt: „Das gehört für einen Angreifer dazu.“
Sicherlich: Lewandowski nach gerade einmal drei Pflichtspielen im Bayern-Trikot eine Krise andichten zu wollen, ginge zu weit. Dennoch treten bei ihm bisher ungewohnte Schwächen zutage.
Schon im Supercup gegen seinen Ex-Klub Dortmund sieht Bayerns einzige Spitze kein Land, ist bei seinem ehemaligen Teamkollegen Sokratis komplett abgemeldet.
Nach 90 Minuten stehen gerade einmal 32 Ballkontakte zu Buche, seine einzige Torchance vergibt Lewandowski direkt nach der Pause freistehend vor BVB-Keeper Mitchell Langerak.
Im DFB-Pokal gegen Drittligist Preußen Münster erarbeitet sich der 26-Jährige immerhin vier Torschüsse – und holt noch dazu in der Schlussminute einen Elfmeter heraus. Den allerdings schießt Lewandowski selbst anschließend kläglich in die Arme von Münsters Torhüter Daniel Masuch.
Genauso wie er beim Bundesliga-Auftakt gegen den VfL Wolfsburg mit drei dicken Chancen an Keeper Max Grün scheitert. Bei Lewandowskis Auswechslung nach 79 Minuten stehen für ihn enttäuschende 26 Ballkontakte und nur knapp 18 Prozent gewonnene Zweikämpfe auf dem Statistikbogen.
„Natürlich hätte ich gerne getroffen“, gibt der 26-Jährige nach dem Spiel zu, „aber der Sieg war wichtiger.“ Und Lewandowski erklärt: „An der Abstimmung müssen wir noch arbeiten, aber das wird von Spiel zu Spiel besser werden.“
Immerhin verbucht der Pole zuvor mit dem Assist zum 2:0 durch Arjen Robben die erste Bundesliga-Torbeteiligung für seinen neuen Arbeitgeber.
„Robert Lewandowski ist natürlich ein super Spieler. Es gibt nicht viele Stürmer, die so spielen“, lobt daher auch Profiteur Robben nach dem Spiel bei „Sky“: „Er wird ganz wichtig sein in dieser Saison. Ich freue mich, dass er hier ist.“
Wichtig wird Lewandowski vor allem deshalb sein, weil Bayerns bisheriger Torjäger Mario Mandzukic den Verein im Sommer nicht ganz ohne Nebengeräusche in Richtung Atletico Madrid verlassen hat.
Der neue Mann wird sich an den Leistungen des Kroaten messen lassen müssen – und an jenen seiner weiteren prominenten Vorgänger.
Im Zahlenvergleich mit Mandzukic, Mario Gomez, Luca Toni und Giovane Elber schließt Lewandowski nach seinen ersten drei Pflichtspielen im Dress der Münchner eher bescheiden ab. Toni hatte zum selben Zeitpunkt dreimal getroffen, Mandzukic und Gomez je viermal, Elber hatte gar schon fünf Tore für sich verbucht.
Nur ein gewisser Roy Makaay hatte in der jüngeren Historie der Bayern-Stürmer nach seinem Wechsel von Deportivo La Coruna nach drei Pflichtspielen für den FC Bayern ebenfalls noch nicht getroffen.
103 Treffer ließ der Niederländer in den folgenden 180 Pflichtspielen für die Münchner folgen.
Zahlen, die auch Robert Lewandowski Hoffnung machen sollten.