Ob den WWE-Bossen das gefallen hat? Die schillernde NBA-Ikone Dennis Rodman hatte in der Nacht zum Samstag einen großen Auftritt vor der Megashow WrestleMania – und dabei kritische Worte über den Umgang mit seinem toten Freund Hulk Hogan verloren.
„Diese Statue, Bruder. Ich frage mich: Warum hat das so lange gedauert? Warum hat das so lange gedauert?“, fragte der 64-Jährige bei seiner Dankesrede während seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame in Las Vegas – in Anspielung auf ein Monument, das die Liga zuvor für den im vergangenen Jahr verstorbenen Hogan enthüllt hatte.
Der emotional sichtlich aufgewühlte Rodman ließ damit anklingen, dass er sich eine derartige Würdigung schon zu Lebzeiten des einst größten Stars der Liga gewünscht hätte.
Seit 2013 errichtet WWE jährlich bei den Fanfests um WrestleMania lebensgroße Goldstatuen für Stars der Vergangenheit, verstorbene und noch lebende. Vor Hogan hatte WWE seit 2013 André the Giant, Bruno Sammartino, den Ultimate Warrior, Dusty Rhodes, Ric Flair, Roddy Piper, den Undertaker, Bray Wyatt und Triple H auf dieselbe Weise geehrt.
WWE: Dennis Rodman würdigt Hulk Hogan
Der einstige Teamkollege von Michael Jordan bei den Chicago Bulls wurde in Las Vegas in die Hall of Fame der Wrestling-Liga aufgenommen. WWE würdigte damit die Rolle, die der fünfmalige NBA-Meister in den Neunzigern für den damaligen Konkurrenten WCW und die Branche als Ganzes gespielt hatte.
Edelfan „Rodzilla“ war seinerzeit als Ehrenmitglied der Gruppierung New World Order um Hogan engagiert worden. Rodman bestritt mehrere Matches für WCW und generierte damit viel Aufmerksamkeit – vor allem im Jahr 1998, als er zusammen mit Hogan gegen NBA-Kollege Karl Malone und Diamond Dallas Page in die Schlacht zog. Zur Legende wurde auch die Anekdote, dass Rodman mitten im Meisterschaftskampf der Chicago Bulls ein Training ausließ, um stattdessen bei der WCW-Show Monday Nitro vor die Kamera zu treten.
Rodman und Hogan blieben auch nach ihren aktiven Karrieren befreundet, die NBA-Legende sprang Hogan auch öffentlich zur Seite, als der ab 2015 wegen seines Rassismus-Skandals in Misskredit geraten war.
Auch WWE strafte Hogan damals mit einer dreijährigen Verbannung aus der Hall of Fame ab. Zuletzt hatten WWE und Hogan wieder ein gutes Verhältnis, bei Rodman scheint dennoch ein Nachgeschmack geblieben zu sein – wenngleich er bei derselben Rede WWE auch vielfach lobte.
Hall-of-Fame-Ehrungen für diverse Legenden
Rodman bestritt die Zeremonie in seinem alten NWO-Outfit inklusive eines Hogan-Fanshirts, er sah bei dem Termin auch seine alten Weggefährten Kevin Nash und Sean Waltman wieder, die für ihn die Laudatio hielten.
Im Lauf des Abends hob Rodman seine Beziehung zu Hogan mehrfach hervor: „Wir lieben und vermissen dich so sehr“, sagte er schon auf dem Roten Teppich, den Tränen nahe. Während seiner Rede pries Rodman Hogan auch dafür, dass er dessen Sohn Nick immer zur Seite gestanden hätte: Nick Hogan hatte 2007 unter Alkoholeinfluss einen schweren Autounfall verursacht, bei dem sein Beifahrer schwere Hirnschädigungen erlitten hatte. Er saß danach fünf Monate in Haft.
Nicht nur bei Rodmans Auftritt stand die Hall-of-Fame-Zeremonie im Zeichen der Ära Hogan: Neben Rodman bekam auch Hogans legendäres WrestleMania-Match gegen André the Giant Hall-of-Fame-Rang. Hogans langjähriger Manager hielt die Laudatio, im Beisein von Hogans Sohn Nick und Andrés Tochter Robin. Posthume Ehrungen gab es auch für Hogans verstorbene Zeitgenossen Bad News Brown und „Sycho“ Sid Vicious.
Neben Rodman wurden auch der in diesem Jahr zurückgetretene AJ Styles, Stephanie McMahon und das legendäre Achtziger-Duo Demolition in die Ruhmeshalle aufgenommen.