Die vieldiskutierte Neueinführung des alten World Titles und die seltsame Stippvisite von AEW-Star CM Punk haben in den vergangenen beiden Tagen die Schlagzeilen bei WWE bestimmt – hinter den Kulissen brodelt aber wohl noch mehr.

Wie das gewöhnlich gut informierte Portal Fightful berichtet, sorgt die Wiederverstrickung des skandalbehafteten Firmengründers Vince McMahon ins Kreativgeschäft für zunehmendes Rumoren. (NEWS: Alle Neuigkeiten rund um WWE)

Was vor dem Hintergrund dessen, was hinter McMahons zwischenzeitlichem Rücktritt gesteckt hat, besonders heikel ist: Es soll darum gehen, wie der 77 Jahre alte Patriarch mit der Frauendivision der Liga umspringt – und dort damit anscheinend für Unruhe sorgt.

Vince McMahon soll bei WWE-Frauen Unmut schüren

Übereinstimmenden Medienberichten hat McMahon sich in die vergangene Ausgabe der TV-Show Monday Night RAW wieder verstärkt eingeschaltet und diverse Planungen geändert, die der eigentliche Kreativchef verantwortet hatte: „Triple H“ Paul Levesque, McMahons Schwiegersohn.

Laut Fightful änderte McMahon Match-Finishes, ihren Aufbau, Zeitzuweisungen. McMahon hätte „viel“ umgeworfen, was auch der Wrestling Observer bestätigte, der von dem „größten“ Eingriff McMahons seit seinem Wiedereinstieg bei WrestleMania zu Beginn des Monats sprach.

Der folgenschwerste Einschnitt, laut Fightful: McMahon hätte sowohl ein geplantes Match zwischen Candice LeRae und Piper Niven als auch ein gemeinsames Backstage-Segment mit Legende Trish Stratus gestrichen. Stattdessen hätte er einen kurzen Männerkampf zwischen den Street Profits und dem Duo Cedric Alexander und Shelton Benjamin angesetzt. Auch ein Backstage-Segment mit Autoritätsfigur Adam Pearce und anderen weiblichen Kader-Mitglieder sei von McMahon gekippt worden.

Wie auch andere Medien bestätigen, hat McMahon damit zum wiederholten Mal mehrere Frauen kurzfristig aus den Show-Planungen gestrichen. Und wie Fightful ergänzt, werden McMahons Eingriffe bei den WWE-Frauen verstärkt zum Gesprächsthema und Gegenstand von Unmut.

„Warum lassen wir McMahon noch über Frauen mitreden?“

Was die Angelegenheit brisant macht: McMahons stolperte im vergangenen Jahr hauptsächlich über seinen Umgang mit weiblichen Untergebenen – mit Schweigegeld vertuschte Affären und Vorwürfe sexueller Belästigung und Übergriffe. (Vince McMahon: Die Chronologie von Skandal, Sturz und Comeback)

Vince McMahon mischt bei WWE wieder aktiv und offen mit
Vince McMahon mischt bei WWE wieder aktiv und offen mitVince McMahon mischt bei WWE wieder aktiv und offen mit

Auch zwei ungeklärte Vorwürfe sexueller Übergriffe sind darüber zum Thema geworden: Der einer ungenannten früheren Wrestlerin, die McMahon vorwirft, sie 2005 zu Oralsex gezwungen zu haben – und der er 7,5 Millionen Dollar gezahlt hat. Und der der ehemaligen Ringrichterin Rita Chatterton, die ihm eine Vergewaltigung im Jahr 1986 zur Last legte – und der McMahon Ende vergangenen Jahr ebenfalls einen Millionen-Betrag zahlte, um eine Zivilklage beizulegen.

„Warum lassen wir Vince McMahon immer noch über die Karrieren von Frauen mitreden?“ stellt vor diesem Hintergrund der Wrestling-Journalist Nick Hausman die naheliegende Frage: „Haben wir nicht gelernt, dass er nicht fähig ist, mit dieser Verantwortung umzugehen?“

McMahons ficht das offensichtlich nicht an – und seine Macht als Firmeneigner und der von ihm eingefädelte Deal mit der UFC-Mutterfirma Endeavor, der ihm die Macht auch zukünftig sichert, haben ihn wieder in Position gebracht.

Was er damit noch auslösen wird, wenn er sie weiter so handhabt? Die Zeit wird es zeigen …