Es gab schon Abgesänge auf das neue Großprojekt von WWE-Rivale AEW – aber sie waren verfrüht.
Vier Wochen, nachdem die Einschaltquoten für die neue Samstagsshow Collision bedenklich tief gefallen waren, ist der Promotion von Tony Khan eine Trendwende gelungen – die nun ihren Höhepunkt erreicht hat. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema AEW)
AEW Collision: MJF, Adam Cole und FTR sorgen für Top-Quote
Die aktuelle, siebte Ausgabe der Sendung fuhr in den USA ein Rating von 0,27 (739.000 Zuschauer insgesamt) in der Kernzielgruppe der 18- bis 49-Jährigen erzielt, die beste Quote seit der Debütepisode mit dem lang erwarteten Comeback-Auftritt von CM Punk (0,33).
Collision gelang eine 50-prozentige Steigerung im Vergleich zur Vorwoche (0,18) und eine mehr als 100-prozentige im Vergleich zum Tiefpunkt der jungen Sendungsgeschichte, der Besorgnis erregend schwach aufgenommenen Episode 3, in der Topstar Punk nur als Kommentator agierte (0,13).
Der eindeutige Schlüssel zu dem nun erzielten Erfolg, war das vor allem bei der Mittwochsshow Dynamite aufgebaute und starbesetzte Tag-Team-Titelmatch zwischen den Champions FTR und dem ungleichen Duo MJF und Adam Cole: World Champion MJF und Cole sind eigentlich Rivalen um den Haupttitel der Liga, wurden in einer vielgelobten Story nun aber als Partner zusammengelost und sind – scheinbar – zu Freunden geworden.
Das Match lebte nun von der Spannung, ob AEW den aufstrebenden Topstar MJF und den von WWE gewechselten Cole tatsächlich zu Champions machen würde – und was passieren würde, wenn nicht. Der Kampf endete damit, dass MJF und Cole verloren und der eigentlich als Erzbösewicht definierte MJF andeutete, sich deswegen gegen Cole zu wenden, es dann aber doch nicht tat, sondern ihn umarmte.
Die Schlussviertelstunde, in der sich die Ereignisse zuspitzen, erzielte ein höchst beachtliches Einzelrating von 0,33, das auch besser war als die Gesamtquote von Dynamite diese Woche (0,29).
Mit dem Niveau ist die Mission erfüllt
Weder Dynamite noch Collision – die beide im bezahlten US-Kabelfernsehen laufen – können derzeit mit dem dortigen WWE-Flaggschiff Monday Night RAW mithalten (aktuelle Quote: 0,53, 1,76 Millionen Gesamtzuschauer). WWE boomt aktuell über alle Maßen.
Im Vergleich zum Rest der vom digitalen Medienwandel aktuell schwer erschütterten US-Fernsehlandschaft sind aber auch die aktuellen Ratings der AEW-Hauptshows hervorstechend: Die AEW-Partnersender TNT und TBS haben in den vergangenen vier Jahren rund 15 ihrer vorher 90 Millionen TV-Haushalte verloren.
Sollte sich Collision regelmäßig auf einem Niveau von 0,20 (Episode 4 und 5) oder mehr etablieren, dürfte die Mission erfüllt sein, auf die Medienpartner Warner Brothers Discovery AEW geschickt hat: Die Sendung Collision beruht auf einer Initiative von Warner-Chef David Zaslav, der ein zuverlässiges Format für den schwierigen, mit viel Sportkonkurrenz kämpfenden Samstagabendsendeplatz beim Sender TNT suchte.
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Die Flop-Quote in Woche 3 weckte Zweifel, ob Collision dem Anspruch gerecht werden könnte – unter anderem meldete sich der frühere WWE-Kommentator Jonathan Coachman mit der Einschätzung, dass Wrestling am Samstagabend einfach ein hoffnungsloser Fall sei und AEW das auch noch lernen würde.
Die Quoten seitdem sprechen gegen die Einschätzung und das aktuelle Rating definiert wohl die Spitze dessen, was AEW mit einem heißen Match bzw. einer heißen Story erreichen kann. Sollte Collision daran anknüpfen können, ist die Show erfolgreich etabliert – was auch ein Pfund in den kommenden TV-Verhandlungen ist, in denen Boss Khan erklärtermaßen einen Milliarden-Dollar-Deal anstrebt, der die Konkurrenzfähigkeit von AEW gegen Marktführer WWE dauerhaft sichern soll.