Überraschender Wrestling-Paukenschlag mit historischer Tragweite: Der englische Shootingstar Callum Newman hat sich zum jüngsten Schwergewichts-Champion in der Geschichte der japanischen Traditionsliga New Japan Pro Wrestling gekrönt.
Der 23 Jahre junge Zögling von AEW-Star Will Ospreay gewann im Hauptkampf der Show Sakura Genesis in Tokio völlig unerwartet den IWGP Heavyweight Title vom bisherigen Champion Yota Tsuji – auch Mentor Ospreay war dabei prominent ins Geschehen involviert.
Newman tritt damit in die Fußstapfen von Topstars und Legenden wie Antonio Inoki, Big Van Vader, The Great Muta, Brock Lesnar, Shinsuke Nakamura, AJ Styles, Kazuchika Okada, Kenny Omega und Jon Moxley – und wirkt prädestiniert für noch größere Aufgaben auf beiden Seiten des Pazifiks.
Callum Newman legt rasante Wrestling-Karriere hin
Der im Londoner Stadtbezirk Havering geborene Newman, Enkel der britischen Ringlegende Toni Granzi und ehemaliger Nachwuchsfußballer an der Akademie der Tottenham Hotspur, steht seit 2023 bei NJPW unter Vertrag.
Newman reifte im Schatten seines Trainers Ospreay heran, der Newman als Mitglied seiner Gruppierung United Empire debütieren ließ. Im vergangenen Jahr stieg Newman zum Anführer des Bündnisses auf – nachdem Ospreay zur US-Partnerliga AEW gewechselt war und Nachfolger TJP (TJ Perkins bei WWE) nicht mehr fest unter NJPW-Vertrag ist.
Der Jungstar hat sich seitdem nicht nur wrestlerisch, sondern auch in Sachen Bühnenpräsenz rasant entwickelt – und erntet nun die Früchte: Schon im vergangenen Monat schrieb der „Prince of Pace“ Geschichte, indem er als jüngster Sieger der Historie das Turnier New Japan Cup gewann. Nun ging die NJPW-Führung um Präsident Hiroshi Tanahashi noch einen Schritt weiter und vertraute Newman auch den wichtigsten Titel der Liga an.
Die Verwicklung Ospreays – bei Sakura Genesis erstmals seit längerer Zeit wieder für NJPW im Ring aktiv – wirkte zudem wie ein Vorbote für kommende Story-Geschehnisse bei NJPW und AEW.
Was ist da im Busch mit AEW-Star Will Ospreay?
Bei dem Event wurde eine Crossover-Fehde angedeutet, als Ospreay seine alten United-Empire-Gefährten um Hilfe bei seiner AEW-Rivalität mit Moxley und dessen Gruppierung Death Riders bat. Zudem offenbarten sich Spannungen zwischen Ospreay und seinen alten Weggefährten, als der die mehrfach zu Fairness ermahnte.
Dies führte – wie schon beim Jahreshöhepunkt Wrestle Kingdom im Januar – zu Irritationen, die auch beim Titelgewinn Newmans zu sehen waren. Ospreay schritt ein, als Newman Tsuji mit einem Stuhlschlag einen unsauberen Vorteil sichern wollte.
Newman siegte am Ende mit seinem Finisher Prince’s Curse. Der mit Ospreay geknüpfte Storyfaden deutet dennoch mittelfristig auf ein großes Schüler-Lehrer-Duell hin, mit dem sich Newman noch mehr im Konzert der Großen etablieren dürfte.