In kaum einem anderen Sport lässt sich der Klimawandel so deutlich erkennen, wie im Ski Alpin. Die Folgen der schmelzenden Gletscher und der schneelosen Pisten sind entweder Rennen auf einem dünnen Streifen Kunstschnee oder die Läufe finden gar nicht erst statt. (NEWS: Alles Wichtige zum Ski-Weltcup)

Auch einer der bekanntesten deutschen Ski-Kommentatoren bedauert die aktuelle Situation. Bernd Schmelzer verriet bei n-tv, dass ihm beim Anblick der geplanten Abfahrten das Herz blute.

„Das ist eine Entwicklung, die einen sehr nachdenklich stimmt. Man fragt sich dann schon: Wie viel Sinn macht das Ganze überhaupt noch? Macht es überhaupt noch Sinn?“, fragte Schmelzer.

Wegen des frühen Saisonauftakts stand Johan Eliasch, umstrittener Präsident des Ski- und Snowboard-Weltverbandes FIS, vermehrt in der Kritik. Vor allem die geplante Abfahrt am Matterhorn sorgte für Kopfschütteln.

„Größenwahn“ im Skisport

Wegen eines heißen Sommers lag in der Matterhorn-Gegend viel zu wenig Schnee. In der Zielabfahrt war lediglich Geröll vorzufinden. Nach einem langen Hin und Her mit Diskussionen über künstliches Beschneien oder das Verschieben der Ziellinie gab der Skiweltverband nach und sagte das Mega-Rennen ab.

„Tatsächlich ist der Skisport dem Größenwahn ein bisschen zum Opfer gefallen“, analysierte Schmelzer. „Die Alpinen zur Formel 1 des Winters machen zu wollen, was ja schon einmal zur Debatte stand, war und bleibt übertrieben“, erklärte der TV-Reporter deutlich. (DATEN: Rennkalender des Ski-Weltcup)

Die Idee, etwas Neues auszuprobieren, eine Veränderung herbeizuführen, sei „grundsätzlich gut“, so Schmelzer. „Allerdings die Art und Weise der Kommunikation, wie das jetzt mit den Rennen am Matterhorn geschehen ist, das ist aus meiner Sicht verheerend“, sagte der 57-Jährige.

Schmelzer kann nicht jede Kritik nachvollziehen

Trotz all der derzeitigen Problemen glaubt die Reporter-Legende weiterhin daran, „dass es lohnenswert ist, für diesen Sport und gegen das negative Image von außen zu kämpfen.“ (DATEN: Alle Ergebnisse des Ski-Weltcups)

Die dauerhafte Kritik stößt Schmelzer zudem sauer auf: „Natürlich ist es schwierig und schwierig zu erklären, wenn ich ein weißes Band herrichte, um ein Skirennen durchzuführen, aber auf der anderen Seite finden jede Woche zig Fußballspiele unter Flutlicht statt. Da wird nicht diskutiert, sondern einfach angemacht. Deswegen ist die massive Kritik am Skisport ein bisschen zu einseitig“, betonte er.