Sturla Holm Laegreid und der versehentliche Schuss im Teamhotel – es war das Aufreger-Thema des vergangenen Wochenendes und setzte eine Sicherheitsdebatte im Biathlon in Gang. Ist in Zukunft sogar eine große Revolution unumgänglich? Ein Experte bezieht Stellung.

„Langfristig besteht meine Lösung darin, auf elektronisches Schießen umzusteigen, um das Risiko von Unfällen zu vermeiden und vor allem die Schwierigkeiten beim Bewegen der Waffen zu verringern und die Sicherheit für die Öffentlichkeit zu gewährleisten“, erklärte der frühere Biathlet und Olympiasieger Björn Ferry gegenüber dem schwedischen Sender SVT.

Dass die Gewehre der Athleten im Hotel aufbewahrt werden, gefällt dem 45-Jährige nicht. „Ich denke, dass Biathlon von der Polizei und den Behörden ein wenig mit Samthandschuhen angefasst wurde“, ergänzte Ferry, der glaubt, dass die Reaktion eine andere gewesen wäre, hätte es einen solchen Vorfall mit einer Jagdwaffe gegeben.

Laegreid brach in Tränen aus

Am Rande des Weltcups in Lenzerheide gab Laegreid versehentlich einen Schuss beim Trockentraining im Teamhotel ab. Er habe aus Versehen ein volles Magazin eingesetzt, normalerweise wird dafür ein leeres genutzt. Die Norweger meldeten das gefährliche Missgeschick selbst, für dieses „verantwortungsvolle Verhalten“ hat Laegreid immerhin ein Lob vom Weltverband IBU erhalten.

Trotzdem wurde der 26-Jährige vom Massenstart ausgeschlossen. „Es ist wirklich hart“, entschuldigte sich Laegreid unter Tränen beim norwegischen Sender NRK: „Wir betreiben einen Sport, der im schlimmsten Fall Menschenleben fordern kann, darum müssen Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften streng geahndet werden. Ich muss mich da also den Konsequenzen stellen.“