Vor wenigen Wochen wurden in Frankreich die Biathlon-Leistungsgruppen für die neue Saison verkündet.

Dabei sorgte die Tatsache für Verwirrung, dass es im kommenden Winter keine Nachwuchsgruppen geben soll. Entsprechend brach ein Sturm der Entrüstung los.

Nun hat Stéphane Bouthiau, technischer Direktor des französischen Verbandes, in einem Interview mit dem französischen Magazin Nordicmag den Grund für die Entscheidung erläutert. „Wir wurden gebeten, wieder mit demselben Budget wie im vergangenen Winter zu arbeiten. Aber die Preise für Reisen, Flugtickets, Benzin oder Hotels sind explodiert. Es war unmöglich, mit demselben Budget das Gleiche wie letztes Jahr zu machen“, schildert er.

Zwar habe er über die Möglichkeit nachgedacht, „überall ein wenig streuen zu wollen und das Risiko einzugehen, die Dinge nicht so zu tun, wie sie sein sollten“, aber er entschied sich am Ende dagegen und fällte die womöglich folgenschwere Entscheidung.

Biathlon in Frankreich „in Gefahr“ – auch Jacquelin warnt

Das soll jedoch keine Dauerlösung sein, wie er klarmacht. „Die Lage ist dramatisch. Biathlon ist in Gefahr. Die Situation darf nicht so weitergehen“, erklärte er bei der französischen Tageszeitung Le Dauphiné.

Das sieht auch Émilien Jacquelin so. Der dreimalige Weltmeister macht auf Twitter deutlich, dass es so nicht weitergehen könne. „Es muss sich etwas ändern… und zwar schnell“, schrieb Jacquelin.

Vorerst will der Verband bis zu den Olympischen Spielen 2026 diejenigen Talente fördern, die bereits erste Weltcup-Erfahrung gesammelt haben. Danach braucht es jedoch einen Umbruch im Kader, denn Gesamtweltcupsieger Quentin Fillon Maillet, Simon Desthieux und Antonin Guigonnat sind bereits 30 oder werden es im Laufe des Jahres.

Auch bei den Frauen befinden sich mit Anais Bescond (35 Jahre) und Anais Chevalier-Bouchet (29 Jahre) zwei Top-Athletinnen im fortgeschrittenen Alter.

Über kurz oder lang werden die Franzosen ihre Talente also wieder verstärkt fördern müssen, wenn sie eine der Top-Nationen des Biathlon-Sports bleiben wollen.