Für US-Superstar Mikaela Shiffrin war die abgelaufene Saison ein einziger Erfolg: Mit ihrem sechsten Gesamtsieg im Weltcup sowie Olympia-Gold im Slalom in Cortina d’Ampezzo setzte sie sportlich weitere Ausrufezeichen. Doch die Euphorie über die Erfolge wurde von einer belastenden Diagnose im engsten Familienkreis überschattet, die lange vor der Öffentlichkeit verborgen blieb.
In ihrem Podcast What’s the point sprach Shiffrin erstmals über die Krebserkrankung ihrer Mutter Eileen. „Wir wollten zu Saisonbeginn nicht wirklich über deine Krebserkrankung und deine Behandlungen sprechen, aber viele Menschen im Weltcup-Zirkus haben mitbekommen, dass du nicht da warst“, erklärte Shiffrin in Richtung ihrer Mutter, die in der Folge zu Gast war.
Im vergangenen Jahr wurde bei einer Routineuntersuchung ein Tumor entdeckt – ein Einschnitt, der auch den Saisonverlauf von Tochter Mikaela maßgeblich beeinflusste. „Die Vorbereitung auf die Olympia-Saison war enorm anders. Es war das erste Mal, dass du nicht dabei warst zum Beginn der Rennsaison“, gab die 31-Jährige zu.
Notlüge nach Schock für Shiffrin
In der Ski-Welt fiel die Abwesenheit ihrer Mutter schnell auf, schließlich ist sie als Trainerin und enge Vertraute normalerweise fester Bestandteil bei Wettkämpfen und in der Vorbereitung. Nach außen wurde dies zunächst mit einer Ausrede erklärt – sie habe sich ein Haus gekauft und sei mit der Einrichtung beschäftigt und „die Leute schienen es geglaubt zu haben“, verkündete Shiffrin in dem Podcast. Tatsächlich kämpfte sie jedoch im Hintergrund gegen die Krankheit, was eine Begleitung ihrer Tochter unmöglich machte.
Shiffrin machte deutlich, wie sehr sie diese Zeit geprägt hat: „Du hast dich mein ganzes Leben um mich gekümmert. Und du musstest dich wirklich, wirklich um dich selbst kümmern.“ Aus der schwierigen Situation zog sie auch Motivation. „Als ich in die Saison gegangen bin, dachte ich mir: ‚Okay, du musst eine höhere Stufe erreichen, weil du ohne sie auskommen musst.'“
Im Podcast nutzte Shiffrins Mutter die Gelegenheit, um für Vorsorgeuntersuchungen zu sensibilisieren. „Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist, Mammografie zu machen, Darmspiegelungen“, erklärte sie. Auch sie selbst wollte ihre Untersuchungen zunächst aufschieben. „Aber ich habe es getan und es war das Letzte, was ich erwartet hatte“, berichtete die 66-Jährige. Genauere Einblicke in den aktuellen Gesundheitszustand gaben die beiden nicht.