Wie schon bei Olympia nicht gewonnen, aber diesmal wenigstens die berüchtigte Trainerin Eteri Tutberidse zufriedengestellt – nach ihrer Rückkehr auf die glatte Wettkampfbühne strahlte neben Kamila Walijewa auch ihre umstrittene Betreuerin.
Fünf Wochen nach dem olympischen Eis-Drama von Peking mit Rang vier im Schlussklassement meldete sich die als Wunderkind geltende, aber von Schatten begleitete Europameisterin zurück.
Weil die unter Dopingverdacht stehende Walijewa nach der desaströsen Olympiakür diesmal ihren „Bolero“ weitgehend fehlerfrei auf das Eis brachte, entspannten sich Tutberidses Gesichtszüge, auch wenn es am Ende für ihre Schülerin nur zum zweiten Platz reichte.
Walijewa: Skandal bei Olympia
Im Olympic Capital Stadium hatte die 48-Jährige für Walijewa hingegen kein Wort des Trostes gefunden und dafür weltweit heftige Kritik geerntet.
Während die übrige Eiskunstlauf-Welt in Montpellier um WM-Medaillen stritt, traf sich die wegen des Ukrainekriegs ausgeschlossene russische Kufenelite zur „Gegen-WM“ in Saransk.
Ein Mannschafts-Wettbewerb mit den Teams „Rote Maschine“ und „Zeit der Ersten“. Die 15-Jährige gehörte der letztgenannten Gruppe an und genoss nach eigener Aussage ihr Comeback.
„Ich bin sehr glücklich, wieder auf dem Eis zu stehen. Die Zuschauer geben dir Energie, wenn du müde bist. Wegen ihnen macht man weiter“, sagte Walijewa. Und sammelte eifrig Dutzende von Kuscheltieren ein, die für sie auf das Eis geflogen kamen, begleitet von aufmunternden Sprechchören des Publikums.
Zuspruch, den die Ausnahmeläuferin gut gebrauchen kann. Denn es zeichnet sich immer mehr ab, dass in naher Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass in ihren Fall Bewegung kommt.
Olympia: Medaillen noch nicht vergeben
Die zuständige nationale Dopingagentur RUSADA hat bis zum August Zeit, ihre Untersuchungen abzuschließen – und wird diese Zeitspanne wohl ausreizen.
In einer Dopingprobe Walijewas vom 25. Dezember war der verbotene Stoffwechsel-Modulator Trimetazidin entdeckt worden. Ausgewertet worden war die Probe aber erst am 8. Februar – einen Tag nach dem Sieg des Russischen Olympischen Komitees (ROC) im Teamwettbewerb.
Dieses Propaganda-Video sorgt derzeit im Netz für Empörung. Das russische Verteidigungsministerium will damit eine Reaktion auf den Fall der Eiskunstläuferin Kamila Walijewa zeigen.
Die Medaillen in dieser Konkurrenz wurden deshalb auch noch nicht vergeben.