Im Jahr 2009 führte er die Orlando Magic bis ins Finale NBA-Finals gegen die L.A. Lakers mit Kobe Bryant.

Elf Jahre danach wurde Dwight Howard an der Seite von LeBron James selbst mit den Lakers Meister – wenngleich inzwischen als Backup-Spieler von der Bank und nicht mehr als die dominante Figur, die er einst war: achtmaliger All-Star, dreimal bester Abwehrspieler der NBA, eine Zeit lang fraglos der beste und spektakulärste Center der Liga. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Die goldene Zeit von „Superman“ ist vorbei, seit er körperlich nicht mehr das Level früherer Tage hat: Nachdem er sich im vergangenen Sommer zum dritten Mal den Lakers angeschlossen hatte, beendete er die für das Team katastrophale Saison mit einem Punkteschnitt von 6,2.

Wo der einstige Superstar im kommenden Jahr spielt, ist ungewiss. Wie lange die Dienste des als charakterlich schwierig verschrienen 2,08-Meter-Manns noch gefragt sind in der Liga: ebenso.

Kein Wunder also, dass der 35-Jährige nun schon Pläne für die Zeit danach schmiedet – überraschende Pläne: Howard tauchte in dieser Woche als unerwarteter Gast bei einem Probetraining der Wrestling-Liga WWE auf – und verkündete, dort seine Zukunft nach der Basketball-Karriere zu sehen.

Dwight Howard überzeugt mit Promo-Ansprache bei WWE

Howard nahm am Donnerstag an einem Tryout teil, das WWE vor der Großveranstaltung SummerSlam in Nashville veranstaltete. Er griff zum Mikro und hielt eine für Wrestler übliche, selbstbeweihräucherende Promo-Ansprache, in der er den Charakter „Sho‘nuff“ aus dem Achtziger-Jahre-Film „The Last Dragon“ imitierte.

Nach Angaben von ESPN-Reporter Arash Markazi verbrachte Howard mehrere Stunden mit den weniger prominenten Wrestling-Aspiranten.

In einem Interview mit Markazi offenbarte Howard, dass er begeistert davon wäre, nach der NBA-Karriere bei WWE durchzustarten – und es wirkte nicht wie ein PR-Gag: Howards Augen leuchteten, er sprach davon, dass er „sein ganzes Leben lang“ Fan sei, liebend gerne würde er „im besten Business der Welt“ eine zweite Karriere beginnen. Dass das WWE-Trainingszentrum in der alten Heimat Orlando stehe, sei ein zusätzlicher Reiz.

Auch Rodman, Malone und Shaq gingen als Wrestler fremd

Howard wäre nicht der erste NBA-Topstar, den es in den Showkampf-Ring zieht. Dennis Rodman und Karl Malone standen bei WCW einst mit Hulk Hogan zwischen den Seilen, Shaquille O‘Neal bestritt Matches für WWE und den Rivalen AEW.

Auch eine dauerhafte Zweitkarriere wäre prinzipiell kein abwegiges Szenario: 35 ist im Wrestling kein Alter, in dem das Karriere-Ende nahen muss, ein Beispiel für einen erfolgreichen Spätstarter ist der nun in Hollywood aktive Dave „Batista“ Bautista, bei seinem WWE-Debüt 33.

Bei Howard würde alles davon abhängen, ob er auch für das eigentliche Ringhandwerk ein gewisses Talent mitbringt.

Auch schon bei „Masked Singer“ – wie Gronk

Die nötige Bühnenpräsenz und Exzentrik – so viel ist gewiss – hat Howard in jedem Fall: Der gläubige Christ mit fünf Kindern von fünf verschiedenen Frauen führt ein boulevardeskes Leben, das ihn schon in diverse TV-Sendungen ohne direkten NBA-Bezug gebracht hatte.

In einer Tiershow auf der US-Station Animal Plant präsentierte Farmbesitzer Howard einst seine knapp 20 Hausschlangen, im vergangenen Jahr enttarnte er sich auch als „Octopus“ in der US-Version von „The Masked Singer“, wo er mit seiner Performance von Little Richards „Tutti Frutti“ allerdings in Runde 1 rausflog.

Howard treibt es abseits des Courts ähnlich bunt wie der jüngst zurückgetretene NFL-Paradiesvogel Rob Gronkowski, auch schon sowohl bei WWE als auch bei „Masked Singer“ im Einsatz.

Trotz aller Entertainment-Eskapaden würde Howard aber immer noch gern „ein paar Jahre“ in der NBA spielen, er wolle seine Karriere dort noch würdig beenden.

Danach soll es zu WWE gehen – und was seine Ambitionen angeht, stapelt Howard nicht tief: „Ich will dort eine Legende werden“, kündigt er an.

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Martin Hoffmann, Jahrgang 1981, geboren in Naumburg, studierte Amerikanische Kulturgeschichte, Kommunikationswissenschaften und Politologie in München. Freie Mitarbeit unter anderem für die "Süddeutsche...