Der deutsche Footballer Marlin Klein fiebert dem anstehenden NFL-Draft entgegen. „Still zu sitzen wird von Tag zu Tag härter, die Nervosität ist auf 100“, sagte der 23-Jährige dem SID vor dem dreitägigen Event in Pittsburgh, wo von Donnerstag bis Samstag (Ortszeit) über sieben Runden insgesamt 257 College-Talente auf die 32 NFL-Teams verteilt werden.

Der Tight End gilt unter Experten als aussichtsreicher Pick für die Runden drei bis sieben und in seinem Jahrgang als einer der besten Allrounder auf seiner Position. Mit den Michigan Wolverines gewann Klein 2024 die Meisterschaft, in seinem letzten College-Jahr wurde er Tight End Nummer eins und wie einst Quarterback-Ikone Tom Brady Teamkapitän der renommierten Uni.

„Mein Plan A war immer: Ich ziehe in die USA und schaffe es in die NFL. Und Plan B war immer, dass Plan A läuft. Sollte ich undraftet gehen, dann ist das für einen Grund“, sagt Klein, der sich schon auf die Watchparty in seiner Wohnung in Ann Arbor mit Freunden und Familie freut. Dazu hoffen in Paul Rubelt (Frankfurt/Oder), Mark Petry (Hochheim), Maurice Heims (Hamburg) und Felix Leppen (Witzenhausen) sowie Leo Blumentritt (Heims) sechs weitere Deutsche darauf, gedraftet zu werden oder einen Deal als Undrafted Free Agent im Anschluss zu erhalten.

Klein überzeugte beim NFL-Combine im Februar
Klein überzeugte beim NFL-Combine im FebruarKlein überzeugte beim NFL-Combine im Februar© AFP/GETTY IMAGES/SID/STACY REVERE

NFL-Draft? Familie hofft auf die Lions

Der gebürtige Kölner Klein, den es für seinen großen Traum 2019 mit gerade einmal 15 Jahren über den Atlantik zog, war zuletzt bei den Atlanta Falcons, den Pittsburgh Steelers und den Detroit Lions, Team des deutschen Star-Receivers Amon-Ra St. Brown, zu Besuch, steht aber spätestens seit seinem starken Combine im Februar wohl bei nahezu jedem NFL-Klub auf der Liste.

„Ein Wunschteam habe ich echt nicht. Mein kleiner Bruder will, dass ich zu den Lions gehe, weil die nächstes Jahr in München spielen und Amon-Ra dort spielt“, sagt Klein: „Also meine Familie hat ihre Favoriten, ich gucke lieber, was passiert. Aber egal, welches Team mich bekommt: Das wird nicht gut für die anderen Teams.“