Felix Lepper lebt seinen Traum: Das Tor zur größten aller Bühnen ist bereits halb geöffnet. Der 23-Jährige bereitet sich aktuell auf die Chance seines Lebens vor. Sein Ziel ist es, der nächste Deutsche in der besten Football-Liga der Welt zu werden.

Der gebürtige Hesse ist Teil des International Player Pathway Program (IPP-Programm) der NFL. Dort wurde er im Dezember 2025 aufgenommen und befindet sich nun in einem elitären Kreis.

Felix Lepper lebt seinen Traum
Felix Lepper lebt seinen Traum Felix Lepper lebt seinen Traum © Privat

Felix Lepper vor Sprung in die NFL? „Der Traum ist zum Greifen nahe“

Kurz vor dem vielleicht wichtigsten Tag seines Lebens hat SPORT1 mit ihm gesprochen. Er erzählt von einem inspirierenden Treffen mit seinem großen Vorbild, von den Vorbereitungen für den entscheidenden Pro Day und davon, wie es im Anschluss für ihn weitergeht. 

Seit dem 17. Januar befindet sich Lepper in Florida, wo er sich mit zahlreichen weiteren Talenten auf das Abenteuer NFL vorbereitet. Mit teilweise sieben Trainingstagen über einen Zeitraum von zehn Wochen schuftete der Deutsche, der bislang bei den Hamburg Sea Devils in der European League of Football (ELF) spielte, bereits an seinem Traum. Diesen will er nun ergreifen: „Es ist unbeschreiblich, der Traum ist zum Greifen nahe. Ich habe viel investiert und will jetzt natürlich die Früchte ernten.“ 

„Wir hatten jetzt hier im Camp schon eine Handvoll Teams, die mal vorbeigeguckt, uns begleitet und Interviews mit uns hatten“, erzählt Lepper. Die entscheidende Phase stehe aber noch bevor: „So ein richtiges Feedback der Teams selbst gab es noch nicht. Es waren Interviews, um die Spieler selbst als Person kennenzulernen und so ein bisschen den Football-IQ zu testen.“

Zusammen mit seinen Trainingskollegen reiste der Deutsche bereits am Samstag nach Washington. Nach diversen Meetings und Interviews wird es zum Wochenstart ernst.

Lepper: „Chancen immer noch realistisch“

Trotz großer Vorfreude wirkt der Hesse vor dem großen Tag entspannt, aber hoch motiviert. Den Abschluss der harten Trainingszeit bildet nämlich am Montag der sogenannte Pro Day in der US-amerikanischen Hauptstadt. An diesem Tag beobachten und analysieren die Trainer und Scouts aller 32 NFL-Teams die Athleten des Programms beim Training.

„Ich schätze meine Chancen immer noch als realistisch ein. Wenn überhaupt, dann haben sie sich zum Positiven verändert“, erklärte Lepper vorab, der bereits im Januar in einem ausführlichen SPORT1-Interview über seinen Traum von der NFL sprach.

Ende April kann sich das große Ziel von Lepper und vielen weiteren Talenten endgültig erfüllen. Dann findet vom 23. bis zum 25. April mit dem Draft das größte NFL-Event der Offseason statt.

Felix Lepper schuftet in den USA an seinem großen Ziel
Felix Lepper schuftet in den USA an seinem großen ZielFelix Lepper schuftet in den USA an seinem großen Ziel© Privat

Lepper auf den Spuren von Jakob Johnson

Doch selbst wenn kein Team Lepper an einer der 257 Positionen auswählt, ist der Traum noch nicht vorbei. Über die Trainingskader besteht weiterhin die Möglichkeit, sich bei einem NFL-Team in den Vordergrund zu spielen. Dafür haben die Teams neuerdings einen zusätzlichen Platz frei, den sie ausschließlich für internationale Profis nutzen dürfen.

Ein Beispiel dafür ist Jakob Johnson, ein deutscher Profi, der das Programm als Sprungbrett nutzen konnte und später Spieler in Amerikas Elite-Liga wurde. Das Ziel der NFL ist es, die vielversprechendsten Talente aus der ganzen Welt auf die beste Football-Liga vorzubereiten. Hintergrund ist, auch Spielern, die kein College in den USA besucht haben, die Möglichkeit zu bieten, in die NFL zu kommen.

Im vergangenen Jahr nahmen aus deutscher Sicht Offensive Tackle Leander Wiegand, Tight End Maximilian Mang und Kicker Lenny Krieg am Programm teil.

Jordan Mailata als großes Vorbild

Das prominenteste Beispiel und Aushängeschild des Programms ist jedoch Jordan Mailata. Der Offensive Tackle und somit Positionskollege von Wiegand schaffte den Sprung in die NFL aus seiner Heimat Australien.

Mailata hatte zuvor in Down Under vor allem Rugby gespielt. Durch das Programm entdeckte er seine Liebe zum fliegenden Ei und wurde für seine harte Arbeit belohnt, als er im NFL-Draft 2018 in der siebten Runde an 233. Stelle von den Philadelphia Eagles ausgewählt wurde.

Der Australier ist das Gesicht des Programms in der NFL. Durch konstant starke Leistungen wurde er zu einem der besten Offensive Linemen. Die Eagles belohnten ihn im Jahr 2024 mit einer saftigen Vertragsverlängerung: Mailata unterzeichnete einen 66-Millionen-Dollar-Kontrakt, davon 48 Millionen garantiert, über drei Jahre und stellte damit den Rekord für den bestbezahlten ehemaligen Spieler des Programms auf.

Intensives Training begleitete den gebürtigen Hessen
Intensives Training begleitete den gebürtigen HessenIntensives Training begleitete den gebürtigen Hessen© Privat

NFL: Eagles-Star gibt Tipps

Auch Lepper träumt von einem ähnlichen Karriereweg. Es ist daher nicht überraschend, dass Mailata ein großes spielerisches Vorbild des Deutschen ist. „Jordan Mailata und Joe Alt schaue ich mir oft an. Allein durch die Körpermaße versuche ich immer, nach Spielern zu schauen, die einen ähnlichen Körperbau haben“, offenbart Lepper, der selbst seine eigenen Stärken „beim Game-IQ, meiner Technik und meiner Arbeitseinstellung“ sieht.  

Für den Deutschen ist der Eagles-Star aber nicht nur sportlich ein Aushängeschild. Als der Australier das Trainingscamp von Lepper und Co. besuchte und den jungen Football-Talenten mit Rat und Tat zur Seite stand, erfüllte sich für ihn auch ein kleiner Traum.

„Das war eine große Hilfe in vielerlei Hinsicht“, erzählt der Deutsche und führt aus: „Wir haben viele technische Dinge gemacht, aber auch Workouts. Wir waren im Class Room, haben dort viele Dinge gelernt, uns Filme angesehen und sind Play für Play durchgegangen.“ 

Ein erneutes Treffen mit dem Eagles-Star, bei dem sie gemeinsam Philadelphia-Kleidung tragen, und weitere Tipps wären für Lepper natürlich Gold wert. Aber grundsätzlich gilt: „Ich würde jedes Team mit Kusshand nehmen. Ein richtiges Traumteam ist allerdings schwierig. Der große Traum ist es einfach, es zu schaffen.“

Deutschland-Rückkehr als Zwischenstopp

Doch wie geht es für Lepper danach eigentlich weiter?

„Nach dem Pro Day geht es für uns für zwei Wochen noch einmal zurück nach Florida. Dort haben die Teams die Möglichkeit, Workouts mit uns zu vereinbaren. Dann wird uns die Möglichkeit gegeben dafür verfügbar zu sein. Wenn das vorbei ist, dann geht es am 15. April wieder nach Hause“, beschreibt er sein straffes Programm in den nächsten Wochen.  

In Deutschland will er aber nicht lange bleiben. Denn Mitte Juli beginnen bereits die Trainingscamps der NFL. Dort will Lepper natürlich dabei sein und seinen Traum weiterleben.

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