Von Eric Böhm

München/Cleveland – Mittlerweile sind es runde 50 Jahre.

Im Jahre 1964 bescherten die Browns dem so sportverrückten Cleveland die bis dato letzte Meisterschaft. Bittere Enttäuschungen in allen großen Ligen führten zu einer tiefen Depression am Cuyahoga Fluss.

Doch zwei Namen entfachen bei den so leidenschaftlichen Fans neue Hoffnung. NBA-Ikone LeBron James kehrt wieder zu seinen Cavaliers zurück, „Johnny Football“ Manziel löst bei den Browns einen nie gekannten Hype aus.

„Er ist ein spektakulärer Spieler und guter Typ. Ich bin ein Riesenfan. Er hat das nötige Können und Selbstvertrauen, um es in der NFL zu schaffen“, lobt James (Die NFL-Saison 2014 LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Dabei hoffen die Browns auch auf den mentalen Beistand des NBA-Superstars. Denn Manziel fiel bereits am College häufig durch seine Aktivitäten neben dem Feld auf.

Die Sperre wegen unerlaubt verkaufter Autogramme brachte dem laufstarken Quarterback mit den wilden Würfen viel Kritik ein. Als er bei einem Spiel der Miami Heat im vergangenen Jahr James kennenlernte, redete ihm der Medienprofi James ins Gewissen.

„LeBron kennt diesen Rummel sein ganzes Leben. Er musste damit schon in der Schule umgehen. Er ist ein guter Mentor für Johnny. Die beiden reden ja sehr oft“, sagt Browns-Safety Donte Whitner (SHOP: Jetzt Football-Artikel kaufen).

Selbst ein herausragender High-School-Footballer schaute James in der Vorbereitung schon bei den Browns vorbei – allerdings nur als Beobachter.

„Er wäre mit seiner Physis ein herausragender Passfänger. Es war toll, dass er da war. Diese positive Stimmung wird uns helfen. Vielleicht wird er unser Glücksbringer“, erklärt der neue Coach Mike Pettine.

Manziel könnte sein entscheidender Baustein sein, um die Browns zu einem Playoff-Team zu machen – dafür braucht es aber mehr als Hype. Denn die NFL ist die Liga der Quarterbacks.

Der 21-Jährige ist der vierte Spielmacher, den die Browns im neuen Jahrtausend in der ersten Draftrunde ausgewählt haben. Mit Tim Couch, Brady Quinn und Brandon Weeden lagen sie voll daneben.

Zwar gibt sich Konkurrent Brian Hoyer noch nicht geschlagen, aber Manziel wird wohl eher früher als später in die Startformation drängen.

„Ich liebe Johnny Manziel. Er trifft gute Entscheidungen und reist durch seine Art das gesamte Stadion mit. Er hat einfach diese Magie“, schwärmt der frühere NFL-Cheftrainer und heutige TV-Experte Jon Gruden.

Das Timing für sein Auftauchen könnte kaum besser sein. In der einstmals so harten AFC North gibt es durchaus Möglichkeiten.

Die Pittsburgh Steelers und Baltimore Ravens kommen nach vielen Erfolgen allmählich in die Jahre, die Cincinnati Bengals knabbern an ihrem Playoff-Trauma – kein Sieg seit 24 Jahren.

Die Browns haben dagegen ihre gute Defensive um Pro Bowler Joe Haden mit Justin Gilbert verstärkt. Der Rookie wird mit Haden ein starkes Cornerback-Duo bilden.

Dazu kommen die ausgezeichnete Offensive Line angeführt von Joe Thomas und Alex Mack, der neue Running Back Ben Tate und Tight End Jordan Cameron.

Ein Fragezeichen steht noch hinter Star-Receiver Josh Gordon, dem eine lange Sperre wegen wiederholten Drogenmissbrauches droht.

Darf der beste Passfänger der vergangenen Saison doch spielen, könnten die Browns und Manziel für eine Überraschung sorgen – was soll mit Edelfan LeBron James schiefgehen?

 (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)