Victor Wembanyama hat den San Antonio Spurs den ersten Playoff-Sieg seit sieben Jahren beschert – und dabei direkt Geschichte geschrieben. Der 22-Jährige überragte beim 111:98 in Spiel eins der Erstrundenserie im Westen gegen die Portland Trail Blazers mit 35 Punkten.
Damit stellte der Franzose einen Franchise-Rekord auf: Nie zuvor hatte ein Spurs-Profi bei seinem Playoff-Debüt so viele Zähler erzielt. Die bisherige Bestmarke von 32 Punkten hielt Hall-of-Famer Tim Duncan.
Beeindruckende Effizienz und defensive Präsenz
Wembanyama traf 13 seiner 21 Würfe aus dem Feld, versenkte starke fünf seiner sechs Dreier und legte zudem fünf Rebounds sowie zwei Blocks auf. Er ist damit der erste Spieler der NBA-Geschichte, der in seinem Playoff-Debüt mindestens 35 Punkte erzielt und zugleich fünf Dreier trifft.
Portland warf ihm über 33 Minuten hinweg acht verschiedene Verteidiger entgegen – ohne nachhaltigen Erfolg. Gegen Donovan Clingan traf Wembanyama vier von sechs Würfen, gegen Robert Williams III zwei von fünf. Selbst bei konsequenten Double-Teams blieb er effizient und leistete sich nur einen Ballverlust in diesen Sequenzen.
Auch defensiv setzte der Franzose Akzente: Als direkter Gegenspieler ließ er keinen Treffer bei elf Versuchen zu und organisierte aus der zweiten Reihe immer wieder die Defense seiner Spurs.
NBA-Playoffs: „Die Atmosphäre war anders – alle waren bereit“
Bereits zur Pause hatte Wembanyama 21 Punkte aufgelegt, San Antonio führte 59:49. Zwar startete Portland mit einem 8:0-Run in die zweite Hälfte und verkürzte zwischenzeitlich auf zwei Zähler, doch im Schlussviertel drehte Wembanyama noch einmal auf und erzielte 14 Punkte.
„Ich hatte das Gefühl, die Atmosphäre war anders – alle waren bereit“, sagte Wembanyama. „Natürlich werden sie noch physischer verteidigen und mehr doppeln. Aber wir sind bereit.“
Deni Avdija stemmte sich mit 30 Punkten, zehn Rebounds und fünf Assists gegen die Niederlage, konnte die erste Spurs-Führung in einer Playoff-Serie gegen Portland jedoch nicht verhindern. San Antonio baute seine Heim-Bilanz in der Postseason gegen die Blazers auf beeindruckende 11:0 aus.
Auch aus deutscher Sicht gab es erfreuliche Nachrichten zum Playoff-Start. Franz Wagner und seine Orlando Magic überraschten in Detroit und klauten gegen den Top-Seed aus dem Osten das erste Spiel.