Seit 13 Jahren spielt der deutsche Basketballstar Dennis Schröder in der NBA. Während der Point Guard mit der Nationalmannschaft zuletzt Welt- und Europameister wurde, entwickelte sich seine Karriere auf Klubebene jedoch zu einer Rundreise.
Anfang Februar 2026 wurde Schröder schließlich zu den Cleveland Cavaliers getradet – dem elften NBA-Team seiner Karriere. Im Endspurt der regulären Saison kann der 32-Jährige den Blick nun auf die Zukunft richten.
Im SPORT1-Interview spricht Schröder über die Saisonziele der Cavs, seine zahlreichen Wechsel und die Expansionspläne der NBA. Außerdem erklärt er den Hintergrund des Zoffs mit Luka Doncic.
SPORT1: Herr Schröder, mit den Cleveland Cavaliers sind sie in der NBA aktuell Vierter in der Eastern Conference und auf sehr direktem Weg in die Playoffs. Was können Sie in dieser Saison erreichen?
Schröder: In den Playoffs ist alles möglich. Wir haben einen sehr guten Kader. Wenn wir zusammenrücken und weiter so spielen, wie zurzeit, dann kann man alles erreichen.
Schröders Reise durch die NBA: „Dann ist meine Frau immer gestresst“
SPORT1: Angefangen haben Sie die Saison bei den Sacramento Kings. Wie ist das, wenn man von einem der schlechtesten Teams der Liga zu einem der besten wechselt? Wie schwierig ist es, sich da umzustellen und mental anzupassen?
Schröder: Es ist eine geile Situation, wenn du in ein Spiel gehst und du immer gewinnen willst. Jedes einzelne Spiel hat eine ganz andere Dynamik. Ich glaube, dass wir als Organisation auch einen guten Job machen. Von den ganzen jungen Spielern bis zu den erfahrenen Spielern. Die Organisation ist einfach anders, auch wie wir trainieren. Ich kenne das schon aus Atlanta-Zeiten, deswegen ist es sehr cool, hier zu sein.
SPORT1: Ist es schwieriger, jetzt umzuziehen als vor drei oder vier Jahren? Ihre Kinder werden ja auch älter.
Schröder: Nein, alles ist gleich. Wir haben Homeschooling, keine festen Bindungen in den Städten. Ich arbeite natürlich sehr hart, um meinen Kindern das ermöglichen zu können. Natürlich stand aber wieder ein Umzug an. Das ist der einzige Negativpunkt, durch den meine Frau immer gestresst ist. Aber wir haben jetzt ein Haus gefunden, gekauft und sind gerade dabei, es einzurichten. Die Möbel sind alle schon drin, jetzt fehlt nur noch ein Kleiderschrank und dann ist alles fertig.
Doncic? „Das war es eigentlich“
SPORT1: Gehen Sie davon aus, auch kommende Saison in Cleveland zu spielen?
Schröder: In der NBA kann alles passieren, es ist ein Business. Solange ich bei einem Team bin, bin ich immer voll engagiert. Wenn das dann nicht mehr so ist, dann bin ich in einer anderen Organisation.
SPORT1: Als Sie im Winter in Los Angeles gespielt haben, gab es diese Auseinandersetzung mit Luka Doncic und in der Folge eine Sperre für Sie. Gibt es da eine Vorgeschichte zwischen Ihnen, dass das so eskaliert ist?
Schröder: Wir haben im Sommer (mit der Nationalmannschaft, Anm. d. Red.) gegen Slowenien gewonnen und das war es eigentlich.
Expansionspläne der NBA? „Das ist richtig so“
SPORT1: Die NBA wird absehbar um zwei Standorte erweitert, Seattle und Las Vegas kommen aller Wahrscheinlichkeit dazu. Wie finden Sie die Pläne der Liga?
Schröder: Gut. Das heißt, es sind wahrscheinlich nochmal 60 Plätze frei. 30 bis 40 Plätze für Spieler, die in der NBA spielen können. Das ist natürlich etwas Gutes. Las Vegas hat auch ein NFL-Team und Seattle war schon einmal ein Teil der NBA, sie hatten eine starke Fanbase. Das ist richtig so.
„Schröder wird seine Karriere in Braunschweig beenden“
SPORT1: Beim March Madness Final Four sind einige deutsche Spieler repräsentiert. Was sagen Sie dazu, dass man in so jungen Jahren mittlerweile so viel Geld am College in den USA verdienen kann? Dem deutschen Markt – und damit auch Ihrem Team Braunschweig – gehen viele Talente verloren.
Schröder: Es ist eine Anerkennung. Ich finde es gut, dass viele Europäer einfach so eine geile Plattform bekommen und auch so viel Geld verdienen. Sie können ihre Familie jetzt nicht komplett versorgen, aber wirklich gutes Geld verdienen, mit dem sie ihrer Familie helfen können. Ich glaube, dass das etwas Gutes ist. Natürlich, auf dem deutschen Markt wird es dann schwierig, wenn du die 6-plus-6-Regel hast, aber ich finde es nicht schlimm.