Noch zum All-Star-Break waren die Chicago Bulls das beste Team der Eastern Conference – im letzten Spiel vor den Playoffs gab es für die Mannschaft die Höchststrafe.
Beim deftigen 117:133 daheim gegen die Charlotte Hornets, die NBA-Legende Michael Jordan gehören, wurde das Ex-Team des GOAT am Freitag von den eigenen Fans ausgebuht. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)
24 Jahre, nachdem Jordan, Scottie Pippen und Co. die Bulls zu ihrer letzten von sechs Meisterschaften geführt hatten, sind die Träume von neuen Großtaten von Ernüchterung abgelöst worden. (HINTERGRUND: Wie die Chicago Bulls Michael Jordans Erbe verschleuderten)
Die Bulls erlebten den Tiefpunkt einer Abwärtsspirale, die sie vom geteilten ersten Platz im Osten bis auf Platz sechs geführt hatte. Chicago steht damit zwar sicher in den Playoffs – die Stimmung ist aber mies. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)
LaVine stimmt Buhrufen gegen Bulls zu: „Peinlich!“
Das gab auch Bulls-Star Zach LaVine zu und stimmte den buhenden Fans sogar zu!
„Sie sollten buhen“, meinte der Guard, dessen Team zwischenzeitlich mit 37 Punkten hinten lag: „Es ist peinlich! Wir sind ein echt gutes Basketball-Team, aber wir spielen nicht so. Das wissen die Fans. Das wissen wir. Es ist verständlich. Wir wissen, dass sie auf unserer Seite sind – aber wir müssen besser spielen.“
Entsprechend schlecht sei auch die Stimmung in der Kabine gewesen. „Jeder ist angepisst“, berichtete LaVine: „Wir bekommen den Arsch versohlt. Es ist immer wieder das Gleiche, und ich habe die Nase voll davon, zu reden. Wir sagen viele Worte, wir sagen die richtigen Dinge. Aber wir machen es einfach nicht, so einfach ist das.“
Alarmierende Zahlen bei den Bulls
Trotz des Absturzes der einstigen Überflieger reicht es zwar noch für die K.o.-Phase, aber die Zahlen sind alarmierend.
Chicago hat seit der Pause eine Bilanz von 7-15 und liegt in dieser Zeit am Ende der Liga-Rankings, was die Effizienz in der Offense (Platz 27) und Defense (25) angeht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)
Als einziges Playoff-Team im Osten kassierten die Bulls sogar mehr Punkte, als sie selbst machten (Bilanz -0,4 Zähler).
Bezeichnend außerdem: Alle vier der jüngsten Niederlagen waren zweistellig, passierten zu Hause – und gegen Playoff-Konkurrenten im Osten.
Auch der Trainer übernimmt Verantwortung
„Wir hatten so früh so viel Erfolg, dass mir klar war, dass irgendwann solche Rückschläge kommen würden“, zeigte sich DeMar DeRozan zerknirscht: „Aber man will sie halt nicht genau am Ende des Weges.“
Auch Trainer Billy Donovon übernahm persönliche Verantwortung, unter anderem für ein früh verbrauchtes Timeout nach nur 90 Sekunden: Er hätte die Zuordnung vorher nicht gut genug erklärt, gestand der langjährige Erfolgscoach der University of Florida, vor seinem Bulls-Engagement 2020 fünf Jahre bei den Oklahoma City Thunder.
„Wir müssen einfach einen besseren Job machen und das alles nicht so zulassen“, schloss LaVine seine Brandrede, die ein offensichtlicher Versuch war, seine Kollegen auch in aller Öffentlichkeit aufzurütteln: „Das ist peinlich!“