Eine Sekunde war noch auf der Uhr, als Russell Westbrook einen der größten Momente im Trikot der Los Angeles Lakers lieferte.

Der Starspieler der NBA hatte noch einmal nach unten gesehen, um sich zu versichern, dass er auch hinter der Dreierlinie stand. Dann verwandelte er einen Dreier der Kategorie „Do or Die“ zum Ausgleich bei den Toronto Raptors. „Ich habe auf seine Füße geschaut, als er sich der 3-Punkte-Linie näherte“, sagte Superstar LeBron James über den großen Wurf seines Teamkollegen. „Ich sah, wie er auf die 3-Punkte-Linie trat und dann seinen Fuß zurückzog, bevor er ihn losließ.“

„Ein hoher IQ und ein großer Wurf von einem Spieler für die großen Momente“, lobte James.

Kurz zuvor hatte er für einen nicht minder wichtigen Steal gesorgt. Die Lakers konnten die Partie in der Folge mit 128:123 gewinnen, eine schwarze Auswärtsserie von elf Pleiten in Folge endete. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Für Westbrook muss das Spiel in Toronto eine Genugtuung gewesen sein. Für viele strahlende Momente konnte der MVP des Jahres 2017 bei den Lakers bislang nicht sorgen.

Westbrook über dem Zenit?

Wenn man die Werte des Guards ansieht, dann war der 33-Jährige nur in seinen ersten beiden NBA-Jahren bei den Oklahoma City Thunder schlechter. Es deutet vieles darauf hin, dass der Mann aus Long Beach in Kalifornien über seinem Zenit ist. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Sein Wurf fiel zu selten, er sorgte für außergewöhnlich viele Turnover und auch die Körpersprache schien zuletzt nicht mehr zu stimmen. Sogar von seinen Gegnern wurde er verhöhnt. Jüngst von Timberwolves-Star Karl-Anthony Towns, der nach einem besonders deutlichen Fehlwurf von Westbrook Grimassen schnitt und nach dem imaginären Wind Ausschau hielt, der den Ball dermaßen weit neben den Korb hatte segeln lassen.

Zuletzt war Westbrook Lakers-Coach Frank Vogel nicht einmal mehr wichtig genug, um in den wichtigsten Phasen der Spiele auf dem Parkett zu stehen. In Toronto änderte sich das – vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt.

Russell Westbrook war nach der 99:104-Pleite seiner Los Angeles Lakers bei den Memphis Grizzlies kein Mann der vielen Worte. Auf der PK nach dem Spiel gab sich der Star sehr einsilbig.

Russell Westbrook war nach der 99:104-Pleite seiner Los Angeles Lakers bei den Memphis Grizzlies kein Mann der vielen Worte. Auf der PK nach dem Spiel gab sich der Star sehr einsilbig.

Westbrook kontert Kritik: „Ich habe 23.000 Punkte“

„Ich bin niemand, der sich einfach verdrückt und aufgibt. Das liegt mir nicht in den Genen. Ich gebe nicht auf, egal, was gerade passiert“, hatte Westbrook vor wenigen Tagen den Journalisten bei einer Pressekonferenz klargemacht. Das hat er in seiner Karriere oft bewiesen.

An Selbstvertrauen fehlte es Westbrook ebenfalls nicht. Auf die Frage, wie er die jüngste Kritik vor dem Wurf in Toronto ausblenden konnte, antwortete er knapp mit einem Verweis auf seine Karriere: „Ich habe 23.000 Punkte. Was sagt man dazu?“

Sein großer Moment kommt den Lakers auf jeden Fall genau recht. Durch den Erfolg endete eine Niederlagenserie von drei Spielen, 12 der letzten 15 Partien waren verlorengegangen.

Die stolze Franchise der Lakers muss um die Playoffs zittern, sogar die Play-Ins sind noch nicht gesichert. Ein Westbrook in der Form seiner besten Zeiten, der könnte in dieser Situation nicht schaden. Zunächst aber muss er beweisen, dass seine Show in Toronto keine Ausnahme war.

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