Das Playoff-Aus in Runde eins ist langsam verdaut, jetzt heißt es für Mavericks-Besitzer Mark Cuban die Fehler der vergangenen Saison zu analysieren. Alle Trades haben nichts genutzt, der Rondo-Deal hat alles sogar nur noch verschlimmert.

Was fällt dem extrovertierten Besitzer im Sommer ein, welche Stars kann er nach Dallas locken? Und wer bleibt aus dem bestehenden Kader? SPORT1 schaut in die Glaskugel und analysiert den Mavs-Sommer 2015:

Raymond Felton (Point Guard) – Vertrag: bis 2016, Gehalt: 4.540.000 Dollar – Zwar nicht ganz austrainiert, aber sehr erfahren. Felton hat seinen Wert in den Playoffs bewiesen. Sollte er in der kommenden Saison fit beginnen, dann könnte er ein weiteres Jahr im Mavs-Trikot erleben.

Devin Harris (Point Guard) – Vertrag: bis 2018, Gehalt (15/16): 4.053.446 Dollar – In den Playoffs mit einer Zehenverletzung nicht bei 100 Prozent, ist er der Spielmacher mit den besten Karten in Texas. Die Starterrolle dürfte es für den ehemaligen Wisconsin Badger aber dennoch nicht werden.

J.J. BAREA (Point Guard) – Vertrag: Free Agent, Gehalt (14/15): 1.302.578 Dollar – Durch die „Verletzung“ von Rajon Rondo rückt der Puerto Ricaner ab Spiel drei in die Starting Five gegen Houston. Auf Dauer ist der 1,83-Mann aber kein Startermaterial. Als Backup eine Überlegung wert – in Dallas fühlt er sich wohl, die Fans beten J.J. an.

Jeremy Lin erlebt in Los Angeles ein Jahr zum Vergessen. Wirres Team, ein Coach der ihn nicht leiden kann und Niederlagen ohne Ende. Lin ist vielleicht nicht der perfekte Spielmacher, aber zumindest einen Gedanken wert. Sein manchmal wackeliger Wurf spricht gegen ihn, das gute Verständnis im Pick and Roll für ihn. Einst spielt er in der Summer League für die Mavs und versteht sich gut mit GM Donnie Nelson.

Patrick Beverley von den Houston Rockets besitzt noch ein Jahr Vertrag beim Rivalen, doch die Qualifying Offer über 2,72 Millionen ist keine Hürde. Der 27-Jährige wäre eine Investition in die Zukunft, ganz billig dürfte er aber nicht werden.

Monta Ellis (Shooting Guard) – Vertrag: bis 2016 Player Option, Gehalt: 9.080.000 Dollar – Die Nummer eins auf der Shooting Guard Position und der Go-to-Guy bei Dallas. Für Coach Rick Carlisle in der vergangenen Saison ein wichtiger Baustein des Teams, doch die Launen des flinken Guards kommen bei den Mavs nicht gut an. Sollte er seine Spieleroption im letzten Vertragsjahr ziehen, erwägt Dallas einen Trade. Wird er ein Free Agent, dürften die Mavs ihn ziehen lassen. Platz unter dem Salary Cap ist wichtiger.

Man wird ja wohl nochmal träumen dürfen: Wesley Matthews von den Portland Trail Blazers wäre zu haben und eine verlockende Alternative im Backcourt. Nicht billig, aber auch interessant. Danny Green und Lou Williams wären im Sommer ebenfalls zu haben.

Richard Jefferson (Small Forward) – Vertrag: Free Agent, Gehalt (14/15): 1.448.490 Dollar – Der Veteran zeigt auch im hohen Alter enorme Sprungkraft. Nach Chandler Parsons Verletzung übernimmt Jefferson eine größere Rolle als geplant. Könnte fürs Veteran-Minimum bleiben.

Al-Farouq Aminu (Small Forward) – Vertrag: bis 2016 Player Option, Gehalt: 1.100.602 Dollar – DIE positive Entdeckung in den Playoffs. Der athletische Forward bringt wichtige Energie von der Bank und verteidigt stark gegen James Harden. Seine Player Option wird Aminu wohl nicht ziehen, er ist mehr Geld wert. Dallas sollte ihn trotzdem zurückbringen.

Chandler Parsons (Small Forward) – Vertrag: bis 2017, Gehalt (15/16): 15.361.500 Dollar – In der ersten Saison als Maverick, hat Parsons aufgrund seines Vertrags mit hohen Erwartungen zu kämpfen. Am Saisonende mit Knieproblemen und OP ausgefallen. Neben Ellis der zweite wichtige Baustein der Mavs. Auf der Drei haben die Mavs am wenigsten Handlungsbedarf.

Ein gutes Geschäft ist ein gutes Geschäft ist ein gutes Geschäft. Und Atlantas DeMarre Carroll ist ein gutes Geschäft. Erfolg bringt nicht nur Ruhm und Ehre, er lässt auch die Egos wachsen. Und auch bei den Hawks wachsen die Begehrlichkeiten nach guten Verträgen. Vielleicht hat Atlanta nicht genug in der Hinterhand und Dallas bekommt die Möglichkeit zuzuschlagen.

Greg Smith (Power Forward) – Vertrag: Free Agent, Gehalt (14/15): 948,163 Dollar – Der frühere Houston Rocket hat für die kommende Saison keinen Vertrag und wird es schwer haben, auch in der neuen Spielzeit einen Platz im Kader der Mavs zu finden.

Charlie Villanueva (Power Forward) – Vertrag: Free Agent, Gehalt (14/15): 1.316.809 Dollar – Nowitzkis Backup strahlt Gefahr von der Dreierlinie aus. In seinen wenigen Minuten überzeigt er meist in der Offensive. Eine neuer Vertrag für weniger Geld wäre eine gute Investition.

Amar’e Stoudemire (Power Forward) – Vertrag: Free Agent, Gehalt (14/15): 485.670 Dollar – „STAT“ landet nach dem Buyout bei den New York Knicks in Texas und wird den großen Erwartungen trotz einiger guter Auftritte nicht gerechnet. Weiterbeschäftigung unwahrscheinlich.

Dirk Nowitzki (Power Forward) – Vertrag: bis 2017, Gehalt (15/16): 8.333.333 Dollar – Der große Blonde hat nach der Saison klar gestellt, dass er nicht mehr die erste Geige Spielen muss.

Ein ganz heißer Kandidat ist LaMarcus Aldridge von den Portland Trail Blazers. In Dallas geboren, in Texas auf dem College. Der Big Man würde gut zu den Mavs passen und könnte Dirk den Wunsch, sechster Mann zu werden, erfüllen…

Paul Millsap wird mit den Hawks ebenfalls um einen neuen Vertrag feilschen, dass er wirklich geht ist aber eher unwahrscheinlich.. Ein paar Billigvarianten, die sicher nicht 100 Prozent zu Dallas passen wären…

Greg Monroe könnte Dallas eine wichtige Scoring-Option im Post geben. Der bisherige Piston ist zudem ein starker Rebounder, die Defense ist allerdings verbesserungswürdig. Trotzdem ein interessanter Gedanke, aber auch stark abhängig vom Center.

Oder Carlos Boozer? Solide, keine Granate in der Defense, aber angesichts des Alters vielleicht eine preiswerte Alternative.

Dwight Powell (Center) – Vertrag bis 2016 Team Option, 2017 Qualif. Offer: , Gehalt: 845,059 Dollar – Den Youngster ein Projekt zu nennen, trifft es wohl am besten. Ob Coach Carlisle Lust auf Projekte hat, kann getrost bezweifelt werden. Könnte seinen Platz aber unter einer Bedingung behalten: wenig bis kein Platz mehr unter dem Salary Cap.

BERNARD JAMES (Center) – Vertrag: bis 2016 Qualif. Offer, Gehalt: 1.181.348 Dollar – Der Sergeant ist sehr beliebt beim Publikum, der Einsatz stimmt immer und das Fans lieben Arbeiter-Geschichten. Den Mavs dürfte das alles egal sein, denn nüchtern kalkuliert bringt James den Klub nicht weiter. Nicht mehr als eine Notlösung.

Tyson Chandler (Center) – Vertrag: Free Agent , Gehalt (14/15): 14.596.888 $. Nach der Meistersaison lässt Dallas den Center ziehen – im Nachhinein ein Fehler. Ein starker Defensiv-Center ist vor allem neben Nowitzki wichtig. Ob die Mavs erneut den Fehler machen, Chandler ziehen zu lassen? Oder will Chandler vielleicht auch gar nicht mehr?Die Optionen auf dem Free-Agent-Markt sind in diesem Sommer sehr reizvoll…

Mit DeAndre Jordan könnten sich die Mavs einen der besten Verteidiger der NBA holen. Offensiv sicher limitiert, wäre er dennoch ein mindestens adäquater Ersatz. Und der Clippers-Center hat bereits einmal erwähnt, dass Dallas als echter Texaner sehr verlockend wäre…

Grizzlies-Center Marc Gasol wäre die absolute Granate, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Spanier den Weg nach Dallas findet ist äußerst gering. Der Weg wird wenn überhaupt in eine der Basketball-Hauptstädte führen. Sollte es aber auch nur die geringste Chance geben, Gasol zu bekommen, dann muss Cuban alles geben.

Hassan Whiteside wäre mit Sicherheit ein Risiko, aber die Center-Entdeckung der zweiten Saisonhälfte hatte sicherlich seinen Reiz… Und seit wann geht Cuban kein Risiko ein? Whiteside ist noch sehr roh, aber defensiv ist er ein Biest. Und wenn er sein Temperament im Zaum halten kann, hat er eine große NBA-Karriere vor sich.