Der frühere Weltklasse-Triathlet Lothar Leder hat fehlende Wettkampfpraxis als Hauptursache für die deutschen Probleme im olympischen Triathlon ausgemacht.

„Es werden zu wenig Rennen gemacht“, sagte der 45-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

„Es wird das ganze Jahr nur trainiert, es müssten mehr Wettkämpfe gemacht werden. Es ist ganz wichtig, dass die Leute Rennerfahrung und Selbstvertrauen kriegen. Aber es wird nur trainiert, trainiert, trainiert. Das geht so nicht“, kritisierte er.

Mit etwas Zynismus spielte er auf die Trainingslager der jungen Triathlon-Profis an: „Sie sind immer nur im Warmen, auf tollen Inseln. Das läuft so nicht.“

Leder schloss sich damit der harschen Kritik von Olympiasieger und Ironman Jan Frodeno an. Der hatte der deutschen Triathlon-Führung nach enttäuschenden Olympischen Spielen in der Sport Bild unter anderem mangelnde Zielsetzung vorgeworfen.

In Rio war bei den Männern kein einziger deutscher Triathlet am Start.

Leder traut Frodeno beim Ironman auf Hawaii im Oktober die erfolgreiche Titelverteidigung zu. „Wir werden von ihm das erste Mal unter acht Stunden erleben“, ist er sich sicher.

Hartwig Thöne, Jahrgang 1975, studierte Politikwissenschaften in Kiel und Hamburg und startete seine journalistische Laufbahn parallel zum Studium Mitte der 90er-Jahre beim Axel-Springer-Verlag in Hamburg...