Auf der Zielgeraden haben sie den Kürzeren gezogen. Leeds United verpasste in der Championship, in der zweiten englischen Liga, den Aufstieg in die Premier League. Für das Team mit dem deutschen Trainer Daniel Farke reichte es am Ende nur zu Platz drei. Umso schwieriger wird es nun für den Verein, ihr hoffnungsvolles Juwel, Archie Gray, zu halten. Denn der 18-Jährige ist heiß begehrt. Auch von Borussia Dortmund.
Gray ist ein Leeds-Eigengewächs, spielt dort seit seinem achten Lebensjahr, möchte jetzt aber den nächsten Karriereschritt gehen. „Ein wahnsinnig interessanter Spieler, der ganz viel mitbringt“, meint SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer in der neuesten Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Dortmund-Woche“.
England-Juwel: Nächster Karriereschritt beim BVB?
Welche vielversprechenden Fähigkeiten er besitzt, zeigt schon ein Blick auf seine Saison-Statistik: Für den nordenglischen Klub lief er in der abgelaufenen Spielzeit 44-mal auf – 40-mal davon stand er in der Startelf (ein Tor, zwei Vorlagen).
Der 18-Jährige, der alle englischen Jugend-Nationalmannschaften durchlief, ist trotz seines jungen Alters schon jetzt eine echte Stütze für die Mannschaft. Bereits Ende vergangenen Jahres schwirrte der Name in Dortmund und sogar in München, beim FC Bayern, umher.
Gray überzeugt mit Vielseitigkeit
Gray zeichnet vor allem seine Vielseitigkeit aus. „Er kann sowohl im zentralen Mittelfeld als auch auf der offensiveren Acht oder auch als Rechtsverteidiger spielen“, erklärt BVB-Reporter Oliver Müller und weiter: „Er könnte damit die Lücke von Ian Maatsen schließen, der wohl nicht zurückkommen wird. Julian Ryerson könnte dann nach links rücken und Gray dann rechts spielen.“
Doch ob er sofort für die erste Elf eingeplant wäre, ist noch nicht sicher. „Vielleicht würde man ihn erstmal heranführen wollen, ihm in Trainingseinheiten die Chance geben, sich an das Niveau ranzutasten und dann weitersehen. Im schlimmsten Fall dauert es eben noch eine Saison, dann wäre er aber immer noch jung“, meint Sedlbauer.
Müller gibt ihm recht: „Anders als bei Pascal Groß wäre Gray aber definitiv eine perspektivische Lösung.“ Genau das ist laut den Podcastern auch die Philosophie der Dortmunder: Junge, hungrige Spieler entdecken, verpflichten, sie ausbilden und irgendwann gewinnbringend verkaufen.
BVB-Chancen stehen nicht schlecht
Borussia Dortmund ist aber nicht der einzige Klub, der um das England-Juwel buhlt. Laut Sedlbauer stehen die Chancen des BVB nicht allzu schlecht: „Die Jungs in England wissen natürlich um den Entwicklungsschub, den ein Jadon Sancho oder vor allem auch ein Jude Bellingham in Dortmund hingelegt haben.“
Müller ergänzt: „Und er hat beim BVB nun mal die Chance auf höchstem Niveau, in der Champions League zu spielen und das als Sprungbrett zu nehmen.“ Erst im Januar hatte Gray seinen Vertrag bei Leeds vorzeitig bis 2028 verlängert. Eine Ablöse läge wohl bei knapp 30 Millionen Euro – mindestens!