Sabine Winter wollte an ihren Wetteinsatz plötzlich nicht mehr so recht erinnert werden. Deutschlands derzeit beste Tischtennisspielerin hatte vor der Mannschafts-WM im SID-Gespräch angekündigt: „Unser Ziel ist eine Medaille. Wenn wir das schaffen, bin ich gerne zu unserem neuen Ritual bereit, mit allen anderen aus unserer Mannschaft in die Themse zu springen.“ Nach dem Einzug ins Halbfinale ist die Medaille nun sicher – der Sprung in den Londoner Fluss dagegen wohl wieder fraglich.

Tischtennis-Team sichert Bronze

„Wir haben gesagt, wenn es nicht gesundheitsgefährdend ist, springen wir in die Themse. Ich bin mir aber ehrlich gesagt sehr unsicher, ob das Wasser sauber genug ist“, relativierte Winter nach dem Einzug ins Halbfinale.

In einem umkämpften Duell mit Hongkong setzte sich die Mannschaft von Bundestrainerin Tamara Boros mit 3:1 durch. Die Deutschen haben damit mindestens Bronze sicher – bei großen Tischtennis-Turnieren erhalten beide Halbfinal-Verlierer eine Medaille, ein Spiel um Platz drei gibt es nicht.

Japan wartet als Top-Favorit

Im Halbfinale wartet entweder Japan oder die Ukraine. Winter rechnet eher mit einem Duell mit den Japanerinnen. „Japan ist sicherlich der große, große Favorit. Aber wir werden einfach alles reinwerfen, haben nichts zu verlieren und kämpfen um jeden Ball. Und dann schauen wir mal, ob wir eine kleine Chance irgendwo kriegen. Dann schlagen wir zu.“

Die Männer-Auswahl hat diese Chance dagegen nicht mehr. Das Team von Bundestrainer Jörg Roßkopf unterlag dem Olympia-Vierten Japan am Donnerstagnachmittag mit 1:3. Man sei „extrem enttäuscht und leer“, sagte Roßkopf: „Aber die Jungs sollen wissen, dass sie eine tolle WM gespielt haben und darauf stolz sein können. Wir müssen daran arbeiten, dass wir noch einen Tick konstanter sind und uns eine bessere Setzung erarbeiten, um solchen Spielen aus dem Weg zu gehen.“