Tennis-Stars um die beiden Weltranglistenersten Jannik Sinner und Aryna Sabalenka haben im Kampf um höhere Preisgelder einmal mehr den Druck auf die Grand-Slam-Turniere erhöht. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, äußerten die Profis in einem Brief an die Veranstalter von Roland Garros ihre „tiefe Enttäuschung“ über das geplante Preisgeld bei den kommenden French Open (18. Mai bis 7. Juni).

Bereits im vergangenen Jahr hatten nahezu alle Topspieler zwei ähnliche Briefe an die Verantwortlichen der Grand-Slam-Turniere unterzeichnet. Darin hatten sie eine Erhöhung des Preisgelds, Einzahlungen in einen Fonds zur Verbesserung von Renten- und Mutterschaftsleistungen sowie Mitspracherechte bei Entscheidungen gefordert. Die Briefe gaben das Ziel aus, wie bei den neun 1000er-Turnieren 22 Prozent der Erlöse an die Spieler weiterzugeben.

Tennis-Stars enttäuscht

Die Ankündigung von Roland Garros, das Preisgeld um 9,5 Prozent anzuheben, sei dementsprechend nicht ausreichend. Demnach hätten die French Open im vergangenen Jahr 395 Millionen Euro erwirtschaften, was einem Plus von 14 Prozent entspräche. Die Dotierung sei jedoch nur um 5,4 Prozent gestiegen, der Spieleranteil an den Einnahmen betrug somit nur noch 14,3 Prozent. Auch in diesem Jahr dürfte der Anteil der Profis unter 15 Prozent liegen.

Der Brief bemängelte darüber hinaus, dass Roland Garros die anderen von den Spielern aufgeworfenen Themen ignoriere. „Die Ankündigung trägt in keiner Weise den strukturellen Problemen Rechnung, die die Spieler im vergangenen Jahr konsequent und berechtigterweise angesprochen haben“, hieß es.