Zwölf Jahre ist sie mittlerweile her, doch die Erinnerung an die traumhaft verlaufene Heim-EM in Berlin ist noch wach bei den deutschen Schwimmern.
So wach, dass sie sich auch jetzt noch einen Schub für das nächste Sportfest an gleicher Stelle erhoffen.
„Wir wollen den Schwung von damals mitnehmen“, sagte DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow vor dem Startschuss der Schwimm-EM am Mittwoch:
„Wenn man im eigenen Wohnzimmer eine Fete feiert, dann will man, dass alle zufrieden sind. Und dafür müssen auch die Ergebnisse stimmen.“
„Die Ziele sind ambitioniert“
Waren die bislang letzten Titelkämpfe auf deutschem Boden mit stimmungsvollen Wettkämpfen und insgesamt 36 Medaillen ein Riesenerfolg für den DSV gewesen, wäre man jetzt bereits mit 14- bis 19-mal Edelmetall zufrieden.
„Die Ziele sind ambitioniert, aber auch zu erreichen“, sagte Buschkow.
Biedermann erinnert sich an Rock-Konzerte
Die Beckenschwimmer sind dagegen voll des Lobes über das mit viel Aufwand und hohen Kosten im Velodrom eingebaute mobile Becken.
„Ich kenne die Halle von Rammstein-Konzerten. Das wird ein Hexenkessel“, sagte Weltrekordler Paul Biedermann.
Die Euphorie soll dabei helfen, dass ein erneutes internationales Debakel nach Olympia 2012 (ohne Medaillen) und der WM 2013 (eine Medaille) ausbleibt.
Sechs bis acht Medaillen sollen laut Zielvereinbarung her – und wieder müssen es die „Alten“ Biedermann, Marco Koch, Steffen Deibler und Dorothea Brandt richten.
Lambertz bittet um Geduld
Das Perspektivteam sucht noch nach dem Anschluss, Bundestrainer Henning Lambertz bittet um Geduld: „Wir können innerhalb kurzer Zeit aus Kohle keine Diamanten machen.“
Biedermann sieht sich selbst nach einer zweiwöchiger Zwangspause wegen einer Erkrankung als „kleine Wundertüte“.
Im mit Spannung erwarteten Duell gegen den französischen Olympiasieger Yannick Agnel hält sich der 28-Jährige aber nicht für chancenlos: „Ich werfe nicht vorher schon die Flinte ins Korn. Aber ich werde sehr kämpfen müssen.“
Steffen drückt die Daumen
Freundin Britta Steffen, die vor einem Jahr ihren Rücktritt erklärt hatte, wird auf der Tribüne die Daumen drücken.
Bei den Wasserspringern sind die Synchron-Weltmeister Patrick Hausding und Sascha Klein die Medaillengaranten.
Im Wettbewerb vom Turm will das Weltklasse-Duo seine Rekordserie ausbauen und den siebten EM-Titel in Folge gewinnen.
Doch nicht nur sportlich, auch atmosphärisch will der EM-Gastgeber überzeugen. „Ich habe die EM 2002 noch immer vor Augen, ich erhoffe mir wieder so eine großartige Stimmung unter den Athleten und Zuschauern“, sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel.