Die Tierschutzorganisation Peta hat schwere Vorwürfe gegen die österreichische Springreiterin Alessandra Reich erhoben. Wie die Organisation am Dienstag auf ihrer Webseite mitteilte, erstattete sie Strafanzeige wegen des Verdachts auf Tierquälerei.
Videoaufnahmen sollen demnach zeigen, wie die 29-Jährige bei mehreren Turnieren wiederholt und stark mit der Gerte auf die Flanke ihres Pferdes einschlägt. Die Szenen stammen Peta zufolge unter anderem von der Turnierserie „Sunshine Tour“ in Spanien im Januar und Februar und von einem Wettbewerb im September 2025 bei München.
Für den Zwischenfall in Bayern erstattete Peta am 9. März Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München II. Für die Vorfälle im Ausland sind die deutschen Behörden allerdings nicht zuständig.
Tierhalte- und Betreuungsverbot für Springreiterin gefordert
Darüber hinaus schaltete Peta das Kreisveterinäramt Unterallgäu ein. Reich, die 2023 bei der EM mit der Mannschaft Bronze gewann, besitzt ein Pferdegestüt im bayerischen Buxheim. Die Organisation macht sich für die Einleitung eines Tierhalte- und Betreuungsverbots stark.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und der Weltverband FEI seien ebenfalls in Kenntnis gesetzt worden und hätten vor, den Fall kritisch zu prüfen, teilte Peta mit.
„Wenn Alessandra Reich ein Pferd wiederholt mitten auf Turnierplätzen mit der Peitsche bestraft, was wird sie dann erst tun, wenn niemand zuschaut?“, wird PETA-Experte Peter Höffken zitiert. Leider sei „ein solcher Umgang mit Pferden kein Einzelfall beim Springreiten“.
Höffkens Schluss: „Wir fordern das Veterinäramt, die FEI und die FN auf, Reichs Trainingsmethoden zu untersuchen und sicherzustellen, dass sie nie wieder Pferde misshandelt.“
Den letzten größeren Skandal gab es vor den Olympischen Spielen 2024. Damals war die dreimalige Olympiasiegerin Charlotte Dujardin gesperrt worden, nachdem ein Video die Runde gemacht hatte, in dem sie ihr Pferd innerhalb kürzester Zeit vielfach mit einer Peitsche schlug.