Strafe für tragische Tour-Figur

von SPORT1
Strafe für tragische Tour-Figur

Sepp Kuss verstößt auf Etappe 20 gleich zweimal gegen die Regularien und wird von der Tour-Jury bestraft. Angesichts der dramatischen Ereignisse um den 31-Jährigen rücken die Sanktionen jedoch in den Hintergrund.

Sepp Kuss war die tragische Figur der 20. Tour-Etappe. Im schweren Alpenfinale nach Alpe d’Huez fuhr der Bergspezialist lange auf Siegkurs, riss sich am Col de Sarenne los – und stürzte in Zielnähe gleich zweimal. Trotz der Rückschläge rettete Kuss Platz drei ins Ziel und wurde von der Rennleitung zum kämpferischsten Fahrer des Tages gekürt.

Die Jury hatte jedoch auch noch eine unangenehme Nachricht für den US-Profi. Kuss wurde zweimal wegen unerlaubten Wegwerfens von Abfall außerhalb der vorgesehenen Müllzonen sanktioniert.

Sepp Kuss musste auf der 20. Etappe einiges wegstecken
Sepp Kuss musste auf der 20. Etappe einiges wegsteckenSepp Kuss musste auf der 20. Etappe einiges wegstecken© IMAGO/Belga

Für das erste Vergehen setzte es 500 CHF (ca. 537 Euro) Strafe und 25 Punkte Abzug in der UCI World Tour. Das zweite Vergehen kostete ihm 1.000 CHF (ca. 1072 Euro) und brachte ihm eine Zeitstrafe von 60 Sekunden in der Gesamtwertung und den Verlust von 50 UCI-Punkte ein. Insgesamt summiert sich das auf 1.500 CHF (ca. 1612 Euro), 75 UCI-Punkte und eine Minute Zeitverlust im Klassement. Die Prämie für die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer (2.000 Euro) ist damit fast wieder weg.

Grundlage sind die UCI-Vorgaben zu Müllzonen und Abwurfregeln, die klar definieren, wann und wo Flaschen, Verpackungen oder Verpflegung entsorgt werden dürfen. Gemäß dem Regelwerk gibt es Strafen, wenn „Fahrer oder Teammitarbeiter Abfall oder andere Gegenstände außerhalb von Müllzonen entsorgen oder nicht an Team- oder Organisationsmitarbeiter zurückgeben“. Der Schutz der Umwelt soll schließlich auch bei der Tour nicht an Relevanz verlieren.

Gesamtwertung bleibt für Kuss trotz Zeitstrafe stabil

Sowohl der verpasste Etappensieg als auch die Sanktionen geraten jedoch in den Hintergrund, bedenkt man, dass Kuss bei der letzten Abfahrt für die dramatischste Szene der Tour sorgte. Der 31-Jährige kam in einer Rechtskurve zu Fall und hatte riesiges Glück, dass der an dieser Stelle errichtete Fangzaun gerade so lang genug war, um ihn vor einem wohl lebensbedrohlichen Absturz zu bewahren.

Am Zwischenstand der Tour ändert die Minute für Kuss ohnehin nichts Grundlegendes: In der Gesamtwertung liegt der eigentliche Edelhelfer des in Woche zwei gestürzten Jonas Vingegaard unabhängig von der Zeitstrafe auf Rang 13. Auch die UCI-Punktestrafe ist für den Bergspezialisten verschmerzbar, da er im World Ranking weit zurück liegt. Zwar mögen die Geldstrafe und die verpasste Siegchance schmerzen, jedoch ist es für Kuss um ein Vielfaches wertvoller, die letzte Etappe in Paris, abgesehen von ein paar Schrammen, gesund angehen zu können.