„Verrückt“: Irritation um Armstrong
Pogacar setzt nächstes Ausrufezeichen
Der ehemalige Tour-Rekordsieger Lance Armstrong hatte die Buhrufe gegen Tadej Pogacar mit Jungstar Paul Seixas in Zusammenhang gebracht. Mehrere französisische Medien wundern sich.
Die Buhrufe gegen Tadej Pogacar von einem Teil der Radsport-Fans sorgen seit Tagen für Gesprächsstoff rund um die Tour de France. In Frankreich sorgen nun auch die Einschätzungen des gefallenen Rekordsiegers Lance Armstrong hierzu für Unmut.
Der US-Amerikaner hatte die Negativstimmung um den Gesamtführenden in seinem Podcast The Move auf den Hype um den französischen Jungstar Paul Seixas zurückgeführt. In der französischen Medienlandschaft kommt das nicht gut an.
Französische Medien wundern sich über Armstrong
„Verrückte Anschuldigungen von Lance Armstrong“ betitelte das Portal Sports.fr einen Bericht über Armstrongs Einlassungen. Die traditionsreiche Zeitung Le Dauphiné Libéré verstand sie als „Rechtfertigung“ der Buhrufe.
Armstrong, dem wegen der Entlarvung seiner jahrelangen Dopingpraxis alle sieben Tour-Siege aberkannt worden waren, hatte in seiner Audio- und Videoshow erklärt: „Die zunehmenden Buhrufe gegen Tadej Pogacar haben unzweifelhaft etwas mit der Präsenz von Paul Seixas zu tun.“ Er ist der Ansicht, dass die durch Supertalent Seixas genährten Hoffnungen auf den ersten französischen Toursieger seit Bernard Hinault zu einer negativeren Haltung gegenüber Pogacar führen: „Wäre er (Seixas, d. Red.) nicht da, würde er nicht so sehr ausgebuht werden.“
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Wortmeldung von Armstrong Staub rund um die Tour 2026 aufwirbelt: Auch seine Behauptung, dass seine aberkannten Tour-Siege immer noch der „wahre Rekord“ seien und Pogacar nicht eher ruhen würde, bis er ihn geknackt hätte, hatte zuvor für größeres Medienecho in Frankreich gesorgt.
„Dieses Narrativ schlägt in den Köpfen Wurzeln“
Zum Thema Pogacar hatte sich auch Armstrongs Podcast-Partner Bradley Wiggins geäußert – und Kritik an der Presse geübt.
„Die Medien in Frankreich beeinflussen die öffentliche Meinung“, erklärte der britische Tour-Sieger von 2012: „Ich habe erst kürzlich einen zweiseitigen Artikel in L’Equipe gesehen, der den Tenor hatte: Pogacars Dominanz zerstört den Radsport. Dieses Narrativ schlägt in den Köpfen der Franzosen Wurzeln.“
Der 46-Jährige zeigte sich verwundert über diese Art zu denken: „Sie schreiben doch auch nicht, dass Lionel Messi den Fußball ruiniert.“
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Armstrong wiederum mahnte auch zur Vorsicht, alles den französischen Fans zuzuordnen: „Dort sind ja nicht nur Franzosen am Straßenrand. Da sind auch Dänen, Spanier, Deutsche. Sie kommen aus aller Welt.“