113. Tour de France: Vorschau auf die 20. und 21. Etappe
Bei der Frankreich-Rundfahrt fallen die mit Spannung erwarteten Entscheidungen.
20. Etappe (Samstag, 25. Juli): Le Bourg d’Oisans – Alpe d’Huez (170,9 km)
Alpe d’Huez, die Zweite: Die Entscheidung über den Toursieg 2026 fällt auf einer epischen Etappe mit dem Glandon, dem Col de la Croix de Fer, dem Télégraphe, dem 2642 m hohen Galibier, dem Col de Sarenne und schließlich Huez – diesmal von der „anderen“, selten befahrenen Seite.
Noch härter war schon lange keine Tour-Etappe mehr. Insgesamt 5450 Höhenmeter sind zu überwinden. Und der Fakt, dass es schon am Vortag hinauf ging in den legendären, seit Tagen aus den Nähten platzenden und vollkommen elektrisierten Skiort im Département de Isère, dürfte die Beine nicht gerade leichter machen. Gut möglich, dass unmittelbar vor der Triumphfahrt gen Paris noch ein paar Fahrer dem Besenwagen zum Opfer fallen.
Favorisiert ist, na klar, Tadej Pogacar. Wobei: Nur, wenn seine Gesundheit mitspielt. Und das ist die aktuell heiß diskutierte Frage im Tour-Tross. Seit Tagen grassiert im Peloton ein Virus – und ausgerechnet Pogacars Team hat es dabei besonders erwischt. Diese brutale Etappe mit – beispielsweise – Magen-Darm-Problemen unangetastet zu überstehen, das würde wohl nicht mal der größte Radprofi der Gegenwart schaffen.
In Huez macht die Tour am Samstag bereits zum 33. Mal Station. Doch vieles ist an diesem Tag anders. Statt der klassischen 21 Kehren führt die Strecke über eine schmale, technisch schwierige Straße, ehe erst kurz vor dem Ziel auf die berühmte Schlussauffahrt nach Alpe d’Huez eingebogen wird.
21. Etappe (Sonntag, 26. Juli): Thoiry – Paris/Champs Elysees (133 km)
Mit der Champagner-Flöte in der Hand gen Hauptstadt radeln und dann im Schatten des Arc de Triomphe in den Sonnenuntergang sprinten: So sah lange das klassische Finale einer Tour de France aus. Doch seit vergangenem Jahr ist vieles anders. Ja, das Happy End für den Toursieger bleibt, doch das Happy End für die Sprinter entfällt.
Nach insgesamt 3333 km Gesamtlänge endet die Tour traditionell auf den Champs-Elysées, im Finale aber geht es zuvor wieder und wiederholt den Montmartre hinauf, was für die allermeisten Sprinter eine zu große Hürde darstellt.
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Im vergangenen Jahr versuchte Tadej Pogacar alles, um sich im Gelben Trikot auch noch stilsicher den letzten Etappensieg zu schnappen. Doch es misslang. Der Belgier Wout van Aert war ausnahmsweise mal zu stark für den Slowenen. Van Aert ist diesmal nicht dabei, gut möglich, dass Pogacar auch diesmal ernst macht.