Von Marcus Friedrich
Die 100. Auflage der European Poker Tour bricht alle Rekorde. 1496 Spieler nahmen am Main Event teil. So viele wie noch nie in Europa.
Und nach fünf Tagen hartem Kampf sind noch acht Spieler übrig ? darunter auch noch drei Deutsche.
Hossein Ensan, Ji Zhang und Andre Lettau liegen auf den Plätzen eins, drei und vier und jeder hat eine gute Chance, die 1.261.000 Euro für den Sieger mit nach Hause zu nehmen.
SPORT1 zeigt den Finaltisch der Jubiläums-EPT live.
Pokerprofi Jan Heitmann, der unglücklich mit einem Paar Asse gegen ein Paar Damen auf Platz 38 ausschied und 24.400 Euro mit nach Hause nahm, wird als Experte den Finaltisch begleiten.
Stärkste Gegner nicht mehr dabei
Für das Mitlgied des TEAM POKERSTARS.de gehören die Deutschen klar zu den Favoriten.
„Ich saß mit Hossein Ensan und Ji Zhang am Tisch und beide sind sehr starke Spieler. Besonders Hossein hat sehr viel Druck gemacht. Beide haben das Zeug das Turnier zu gewinnen. Aber auch Andre Lettau ist ein sehr starker Spieler. Es ist für alle drei noch ein hartes Stück Arbeit, aber ich gönne es jedem.“
Großer Vorteil: Der stärkste Spieler der letzten 15 ist schon raus: Dominik Panka musste als elfter den Tisch verlassen.
Panka gewann Anfang Januar schon ein EPT-Event. Damals siegte er auf den Bahamas und erhielt dafür über eine Million Euro und war Heitmanns Topfavorit.
Ensan mit größtem Stack
Topfavorit auf den Millionengewinn ist jetzt Chipleader Hossein Ensan.
Als einziger Spieler hat er die Zehn-Millionen-Grenze geknackt.
Aber auch Ji Zhang liegt mit 6,48 Millionen Chips auf Rang drei noch gut im Rennen. Auch Andre Lettau hat mit über 5,1 Millionen Chips auf Platz vier eine gute Ausgangslage.
Denn Jan Heitmann weiß aus eigener langjähriger Erfahrung: „In den späten Turniersituationen kann es schnell in beide Richtung gehen. Die Blinds steigen schnell, die Spieler haben nicht mehr so viel Manövrierfähigkeit mit ihren Chips. Am Finaltisch braucht man dann auch einfach die richtigen Konstellationen, um am Ende zu gewinnen.“
Mehr als nur Poker
Dass aber überhaupt mal knapp 1500 Spieler bei einem EPT-Main-Event teilnehmen, riesige Bühnen aufgebaut und zig Livesendungen produziert werden, hätte sich der Pokerprofi, der schon in der ersten EPT-Saison 2004 in Monte Carlo dabei war, nie träumen lassen.
„Damals war es noch eine sehr kleine Szene und alle kannten sich untereinander. Doch es war schon damals abzusehen, dass die EPT eine spannende Geschichte werden wird.“
Den Erfolg der Pokertour sieht Heitmann darin, dass es nicht nur ums Zocken geht: „Die EPT bietet den Spielern auch zahlreiche Aktivitäten wie Jet-Ski fahren, Stadttouren und vieles mehr. Da kann man die Zeit vor Ort richtig genießen. Das ist dann natürlich auch für Hobbyspieler sehr interessant, so ein Turnier und das ganze Drumherum mal mitzuerleben.“
EPT angenehmer als WSOP
Dem 37-Jährigen gefällt zudem, dass man viele Städte bereisen und „viele unterschiedliche Länder und Kulturen sowie neue Spieler kennenlernen kann.“
Dies ist für ihn auch der Unterschied zur Poker-WM in Las Vegas.
Hossein Ensan, Ji Zhang und Andre Lettau werden sich für Land und Kultur aktuell aber wenig interessieren. Für sie geht es um das ganz große Geld. Einer könnte Millionär werden.
Deutsche mit klarer Linie
Die Qualität haben laut Heitmann alle drei: „Die Jungs spielen bislang sehr stark. Mir gefällt, dass sie sich auf ihren Spielstil verlassen und ihre Linie durchziehen. Das spricht dafür, dass sie Selbstvertrauen haben, aber auch das Durchsetzungsvermögen das Turnier zu gewinnen.“
Er freut sich schon den Final Table mit so viel deutscher Beteiligung zu kommentieren und „dem Zuschauer viele spannende Pokersituationen näher zu bringen.“
Die Chipverteilung am Finaltisch:
1. Hossein Ensan 10.3 Millionen Chips 2. Samuel Phillips 9.035 Millionen Chips 3. Ji Zhang 6.48 Millionen Chips 4. Andre Lettau 5.515 Millionen Chips 5. Slaven Popov 3.72 Millionen Chips 6. Andrey Shatilov 3.635 Millionen Chips 7. Kiryl Radzivonau 3.42 Millionen Chips 8. Andrea Dato 2.83 Millionen Chips