Nicht nur das Biathlon-Gold von Johan-Olav Botn wenige Wochen nach der Tragödie um Sivert Bakken hat eine bittersüße Note: Wenige Wochen nach einem harten emotionalen Tiefschlag um einen guten Freund hat der Norweger Birk Ruud seine zweite Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen.
Nach dem Sieg im Big-Air-Wettbewerb vor vier Jahren in Peking triumphierte der 25 Jahre alte Freestyle-Skifahrer diesmal in der Disziplin Slopestyle.
Ruud, der über die Rails und Kicker bereits zweimal Weltmeister geworden war, setzte sich mit 86,28 Punkten knapp vor Alex Hall (USA/85,75) durch, der 2022 in Peking gewonnen hatte. Bronze ging an Big-Air-Weltmeister Luca Harrington aus Neuseeland (85,15).
Teamkollege von Olympiasieger schwer gestürzt
Ruud hatte vor Olympia schwer zu kämpfen. Sein Teamkollege William Bostadslökken war Mitte Dezember vor dem Big-Air-Weltcup in Steamboat Springs/US-Bundesstaat Colorado schwer gestürzt und ist seitdem querschnittsgelähmt.
„Ich habe viele Wochen durchgemacht, in denen ich nur an William gedacht habe. Ich musste wirklich tief in mich gehen und die Dinge über Weihnachten aufarbeiten, um an den Punkt zu gelangen, an dem ich jetzt bin“, hatte Ruud vor Olympia berichtet.
Bostadlökken drückt Teamkollegen die Daumen
Bostadlökken drückte seinen Teamkollegen, „der besten Mannschaft der Welt“, von zu Hause aus die Daumen.
„Er ist ein Krieger und schlicht und ergreifend ein Held“, sagte Ruud. Dass Bostadlökken trotz seines verhängnisvollen Unfalls wieder ein Lächeln im Gesicht habe, erfülle ihn mit großem Glück.
Die Entscheidung im Snow Park von Livigno war knapp. Ruud gelang sein bester von drei Runs bereits zum Auftakt, am Ende lag er 0,53 Punkte vor Hall. Harrrington fehlten 0,5 Punkte zu Silber.