Der ukrainische Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch hat für die Wahl seines besonderem Helm-Design Unterstützung durch Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj erhalten. Selenskyj dankte dem ukrainischen Fahnenträger bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo in den Sozialen Netzwerken „für das Erinnern der Welt an den Preis unseres Kampfes“.

Heraskewytsch hatte zuvor erklärt, ihm sei die Nutzung eines Helms, der Porträts von im Krieg getöteten ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern zeigt, durch einen Offiziellen des IOC untersagt worden. Dies breche ihm „das Herz“.

Wladyslaw Heraskewytsch im Training am Montag
Wladyslaw Heraskewytsch im Training am MontagWladyslaw Heraskewytsch im Training am Montag

Und weiter: „Angesichts der Tatsache, dass gestern ein italienischer Snowboarder (Roland Fischnaller, Anm.d.Red.) mit der russischen Flagge auf seinem Helm an den Start ging, was vom IOC verboten ist, gab es darauf keine Reaktion. Und der Helm mit den Namen der verstorbenen ukrainischen Athleten – unter denen sich übrigens auch Olympioniken befinden, Mitglieder der olympischen Familie – wurde uns strengstens verboten“, zeigte sich der Sportler entsetzt.

IOC-Entscheidung in Helm-Debatte

Erstmals hatte der 27-Jährige den Kopfschutz am Montag im offiziellen Training getragen, die ersten Wertungsläufe steigen am Donnerstag.

Heraskewytsch erklärte, er bereite einen offiziellen Antrag an das IOC vor und hoffe, dass das Verbot nur die Meinung eines einzelnen Funktionärs und nicht des gesamten Komitees war.

Das IOC traf jedoch am Dienstag eine Entscheidung und erteilte dem Tragen des Helms keine Erlaubnis. Das erklärte IOC-Sprecher Mark Adams am Dienstag in Mailand. Stattdessen erlaubt das IOC Heraskewytsch, ein schwarzes Armband im Gedenken an die Kriegstoten zu zeigen.

Für den Wintersportler sei es „eine Ehre, diese Bilder auf dem Helm zu tragen und der Welt den Preis zu zeigen, den die Ukraine jeden Tag in diesem blutigen Krieg zahlt“, hatte Heraskewytsch zuvor in den Sozialen Netzwerken mitgeteilt.

Druck durch Russland wird immer größer

„Ich möchte für sie antreten und für sie Rennen fahren.“ Er wolle „diesen Menschen und ihren Familien meine Ehrerbietung erweisen“ und „an unsere Helden erinnern, denen durch Russland das Leben genommen wurde“.

Bereits vor den Winterspielen in Norditalien hatte sich Heraskewytsch angesichts der wieder wachsenden Rolle der Kriegstreiber im Weltsport besorgt gezeigt. „Es ist wirklich traurig“, sagte Heraskewytsch der Süddeutschen Zeitung.

„Ich habe das Gefühl, dass das IOC und vor allem kleinere Verbände sich immer mehr dem Druck der russischen Seite beugen, dass es nicht um Kriterien oder die Sache geht, sondern nur darum, diese Länder und ihre Athleten zurückzubringen.“

mit Sport-Informations-Dienst (SID)