Es ist eine eigentlich alltägliche Szene während der Olympischen Spiele, die jedoch für große Aufregung sorgt.
Auf einem Bild ist zu sehen, wie der Russe Ilja Burow nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Ski-Freestyle-Wettbewerb seinen ukrainischen Konkurrenten Oleksandr Abramenko, der die Silbermedaille gewann, umarmte.
Aufgrund der angespannten politischen Lage und dem drohenden Einmarsch Russlands in die Ukraine sorgte das Bild nun jedoch für große Empörung. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)
Ukrainische Medien toben nach Umarmung
„Umarmung mit Russen: Der Skandal um Abramenko nach Silber in Peking“, titelte etwa die Ukrainian Today, während XSport von einer „Provokation“ sprach. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)
Abramenko zog sich nicht zum ersten Mal den Unmut der ukrainischen Medien zu. Der 33-Jährige, der mit einer Russin verheiratet ist, sorgte bereits für vier Jahren für Empörung, als er Burow nach seinem Olympiasieg umarmte.
Eine besondere Brisanz hat die Umarmung nun, da der ukrainische Sportminister Wadym Hutzajt vor wenigen Wochen in einem Interview mit Tribuna.com seinen Landsleuten empfohlen hatte, „dass sie nicht mit russischen Athleten zusammenstehen und keine Fotos machen“.
Abramenko: „Das ist natürlich sehr schwierig…“
Abramenko wurde nun aber dennoch umarmt – was er offenbar bedauert. Auf die Frage, ob die Geste ein Beispiel für den olympischen Geist sei, wiegelte der Ukrainer jedenfalls ab. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)
„Es gab ja schon 2018 dieses gemeinsame Foto mit uns beiden. Ich meine, ich wurde fotografiert, als ich Ilja gratulierte. Bei diesen Spielen wollte ich natürlich vermeiden, dass es sich wiederholt, und da hab ich darum gebeten, ich meine, was heißt das schon, gebeten … Es hat sich dann eben ergeben, dass er mich umarmt hat. Na ja. Es ist halt so, wie es ist“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Die Olympischen Winterspiele 2022 finden vom 4. bis 20. Februar im chinesischen Peking statt. SPORT1 stellt die Sportstätten vor.
Abramenko hofft nun, dass man der Szene nicht zu viel Symbolik beimisst, da die Umarmung nichts mit Politik zu tun gehabt habe. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)
Neben all dem Unverständnis, welches Abramenko in der Ukraine für das Bild erntete, gab es jedoch auch positive Reaktionen. „Was für ein Symbol in diesen Zeiten“, freute sich IOC-Präsident Thomas Bach.